Am Mittwoch hat das Wiener Bildungs-Startup GoStudent – mittlerweile über eine Milliarde Euro wert – verspätet seine Bilanz für 2022 im Firmenbuch veröffentlicht. Man ist tief in den roten Zahlen.
Die aktuellen 2022er-Zahlen zeigen einen Verlust von 221 Millionen Euro für das Wiener Online-Nachhilfe-Unternehmen GoStudent auf. Wie trendingtopics berichtete, war 2022 das Jahr, in dem GoStudent eine Finanzierungsrunde der Serie D in Höhe von 300 Millionen Euro aufgenommen hatte, wodurch sich die Bewertung des Unternehmens auf 3 Milliarden Euro mehr als verdoppelte.
Der Wind hat sich gedreht
2022 drehte sich aber auch der Wind. Aufgrund der hohen Burn-Rate hatte GoStudent-CEO Felix Ohswald im September 2022 angesagt, dass 200 Stellen gestrichen würden, im Dezember 2022 folgte die nächste Kündigungswelle. Erneut wurden mehrere hundert Jobs gestrichen.
Grund für Kündigungswelle
Wie seit Mittwoch bekannt ist, hatte GoStudent im Jahr 2022 eben einen massiven Verlust von 221 Millionen Euro. Zusammen mit dem Verlustvortrag aus dem Vorjahr von 93 Millionen Euro summierte sich der Bilanzverlust auf 314 Millionen Euro.
18 Millionen Euro Monat für Monat verbrannt
Das bedeutet, dass die Burnrate pro Monat im Schnitt bei etwas mehr als 18 Millionen Euro lag, rechnet trendingtopics vor: „Kein Wunder, dass nach dem Wachstumskurs ab September 2022 die Reißleine gezogen wurde.“
Expansionskurs. 2022 kaufte GoStudent das britische Unternehmen Seneca Learning und die spanische Tus Media Gruppe und auch das deutsche Nachhilfeunternehmen Studienkreis. 2023 holte sich CEO Felix Ohswald frisches Geld.
Die Bilanzzahlen für 2022 hätte GoStudent bereits Ende September 2023 vorlegen müssen, reichte sie am Mittwoch, 7. Februar, aber verspätet nach. In Österreich müssen Kapitalgesellschaften (GoStudent ist eine GmbH) ihre Jahresabschlüsse bis spätestens Ende September offenlegen. Bisher wurden bei einem fehlenden Jahresabschluss automatisch Strafen verhängt, die aber nur im vierstelligen Bereich liegen. Aufgrund der Signa-Pleite, wo ebenfalls Bilanzen nicht pünkltich abgegeben worden sind, will Justizministerin Alma Zadić Strafen von bis zu 5 % des weltweiten Jahresumsatzes des Unternehmens verhängen.











