Der Preis für europäisches Erdgas eingebrochen und ist nun auf dem tiefsten Stand seit September.
Der Preis für europäisches Erdgas ist am Freitag wegen der Sorgen vor den Folgen eines Handelskriegs stark gefallen. Zum Wochenschluss rutschte der richtungsweisende Terminkontrakt TTF zur Auslieferung in einem Monat auf 35,15 Euro je Megawattstunde (MWh). Das sind etwa zehn Prozent weniger als am Vortag und der tiefste Stand seit vergangenem September.
Vor einem Monat kratzte der Kontrakt noch an den 60 Euro pro Megawattstunde. Der Grund für den Rückgang: Die europäische Industrie wird laut Investoren weniger produzieren – das bedeutet weniger Steuereinnahmen, mehr Arbeitslose und den Untergang von ganzen Unternehmenszweigen.
Seit der Ankündigung eines umfangreichen Zollpakets durch US-Präsident Donald Trump am Mittwochabend geht es mit dem Gaspreis nach unten, wobei die Talfahrt kurz vor dem Wochenende deutlich an Fahrt gewonnen hat.
Hinzu kam am Freitag eine scharfe Reaktion Chinas auf die US-Zölle. Das chinesische Finanzministerium kündigte Gegenzölle auf US-Importe in Höhe von 34 Prozent an, die am 10. April in Kraft treten sollen.
Nachfragerückgang möglich
An den Finanzmärkten fürchten Anleger weitere Gegenmaßnahmen der amerikanischen Handelspartner und eine Eskalation der Lage hin zu einem Handelskrieg mit negativen Folgen für die Weltwirtschaft und eine damit verbundene geringere Nachfrage nach Energierohstoffen wie Gas.
Vor diesem Hintergrund ignoriert der Markt derzeit den Rückgang der Gaslieferungen von Europas größtem Lieferanten Norwegen. Das Land hat zuletzt mit saisonalen Wartungsarbeiten an mehreren Anlagen begonnen, was Exporte bremste. Die Lieferungen aus Norwegen liegen derzeit weit unter der üblichen Kapazität.