Der frühere Reporter des Magazins „Stern“ Gerd Heidemann ist gestern in einem Hamburger Krankenhaus verstorben.
Der frühere „Stern“-Journalist Gerd Heidemann ist gestorben. Das bestätigte seine Lebensgefährtin am Dienstag, wie „Bild“ berichtet. Heidemann wurde 93 Jahre alt.
Am 25. April 1983 sorgte Heidemann für einen der größten Skandale im deutschen Journalismus aus: Er präsentierte damals für sein Magazin „Stern“ Tagebücher, die angeblich Diktator Adolf Hitler verfasst haben sollte – diese erwiesen sich als Fälschung. Heidemann war auf den Fälscher Konrad Kujau († 62) hereingefallen. Dieser hatte die Tagebücher selbst geschrieben und dem Hamburger Magazin für 9,34 Millionen D-Mark verkauft.
Die ersten wörtlichen Auszüge aus den angeblichen Tagebüchern beinhalteten eine heftige Kritik Hitlers an seinen engsten Mitarbeitern im Führungsstab. Den Eintragungen nach waren Hitler auch die Willkürakte gegen Juden zu weit gegangen. Viele Historiker zweifelten an der Echtheit der Aufzeichnungen.
Auch Heidemann wurde verurteilt
Kujau kassierte viereinhalb Jahre Haft für den Schwindel. Er starb schließlich Mitte September 2000. Auch Heidemann wurde verurteilt, zu vier Jahren und acht Monaten, weil ihm das Gericht nicht glaubte, dass er die Millionen komplett an Kujau weitergereicht hatte. Er betonte stets kein Geld unterschlagen zu haben.
Nach dem Skandal widmete sich der Reporter weiter dem Aufbau seiner zeithistorischen Sammlung mit Schwerpunkt des Zweiten Weltkriegs.











