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Startseite » Zwei Nordkoreaner in Kursk gefangen genommen
Welt

Zwei Nordkoreaner in Kursk gefangen genommen

MitarbeiterBy MitarbeiterJänner 11, 2025
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Zwei Nordkoreaner in Kursk gefangen genommen

Die Truppen der Ukraine in der russischen Oblast Kursk haben nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zwei nordkoreanische Soldaten gefangen genommen.  

Sie seien verletzt worden und würden nach Kiew gebracht, teilte Selenskyj am Samstag auf der Plattform X mit. „Wie alle Kriegsgefangenen erhalten diese beiden nordkoreanischen Soldaten die notwendige medizinische Hilfe.“

Our soldiers have captured North Korean military personnel in the Kursk region. Two soldiers, though wounded, survived and were transported to Kyiv, where they are now communicating with the Security Service of Ukraine.

This was not an easy task: Russian forces and other North… pic.twitter.com/5J0hqbarP6

— Volodymyr Zelenskyy / Володимир Зеленський (@ZelenskyyUa) January 11, 2025

 

Der Presse werde die Möglichkeit gegeben, mit ihnen zu sprechen. „Die Welt muss die Wahrheit erfahren, was geschieht.“ Die Gefangenen kommunizierten mit dem ukrainischen Inlandsgeheimdienst SBU, fügte Selenskyj hinzu, nannte aber keine weiteren Details. Es ist das erste Mal, dass die Ukraine die Gefangennahme nordkoreanischer Soldaten bekannt gibt, die überlebt haben. Zuvor waren nordkoreanische Soldaten gefangen genommen worden, die aber so schwer verletzt waren, dass sie kurz darauf starben.

Mindestens 10.000 Nordkoreaner in Russland

Das ukrainische Militär war Anfang August des vergangenen Jahres in Kursk eingerückt. Seither liefern sich ukrainische und russische Soldaten auf russischem Gebiet heftige Kämpfe. Nordkorea hat mindestens 10.000 reguläre Soldaten nach Russland geschickt. Im Oktober waren sie an der Seite des russischen Militärs in den Krieg eingetreten. Der Ukraine zufolge sind sie in Kursk im Einsatz. Dort kontrolliert die ukrainische Armee nach eigenen Angaben eine Fläche von mehreren hundert Quadratkilometern.

Nordkorea liefert nach Angaben der Ukraine und ihrer westlichen Verbündeten auch große Mengen an Artilleriegeschossen an Russland. Russland hat dies und die Anwesenheit nordkoreanischer Truppen in Kursk weder bestätigt noch dementiert. Aus Moskau und Pjöngjang gab es auch keine unmittelbare Reaktion auf den jüngsten Bericht.

Russischer Wehrpass mit angeblich gefälschten Daten

In einer späteren Videoansprache sagte Selenskyj, die beiden nordkoreanischen Soldaten seien von ukrainischen Spezialkräften in Zusammenarbeit mit Fallschirmjägern gefangen genommen worden. Die Spezialkräfte veröffentlichten ein von einer Drohne gefilmtes Video, das einen Teil des Einsatzes zeigen soll. Zu sehen sind fünf Männer in Tarnanzügen in einem Waldgebiet, andere Details waren allerdings schwer zu erkennen.

Ein vom ukrainischen Inlandsgeheimdienst SBU gepostetes Video schien die beiden festgenommenen Männer zu zeigen. Einer hatte offenbar wegen einer Wunde einen Verband am Kiefer, während der andere durch einen Strohhalm trank. Ein für das SBU-Video interviewter Arzt, dessen Name nicht genannt wurde und dessen Gesicht unkenntlich gemacht wurde, sagte, einer der Soldaten habe eine Gesichtswunde und werde von einem Zahnarzt behandelt. Der andere Soldat habe eine offene Wunde und einen Unterschenkelbruch.

Gezeigt wurde auch ein russischer Wehrpass, wonach einem der Nordkoreaner ein Geburtsort in der russischen Teilrepublik Tuwa in Sibirien zugeschrieben wurde. „Russland gibt den Koreanern diese Dokumente, aber sie täuschen niemanden“, kommentierte Selenskyj in einem Video. „Russland selbst tut alles für eine Verlängerung und Erweiterung des Krieges und wird sich dafür verantworten.“

Kriegsgefangene dürfen dem humanitären Völkerrecht zufolge nicht öffentlich zur Schau gestellt werden. Berichte über Kriegsgefangene sind nach Angaben des Roten Kreuzes nicht verboten; es sollte aber vermieden werden, dass sie identifiziert werden können.

Vernehmung mithilfe von Geheimdienst

Der SBU teilte mit, die Nordkoreaner seien zur Vernehmung nach Kiew überstellt worden. Da sie weder Ukrainisch, Russisch noch Englisch sprechen könnten, würden sie mit Hilfe des südkoreanischen Geheimdienstes NIS auf Koreanisch vernommen. Einer der Soldaten sei mit einem russischen Militärdokument festgenommen worden, das auf den Namen einer anderen in Russland registrierten Person laute. Der zweite Soldat verfüge über keinerlei Dokumente. Die beiden Gefangenen seien 2005 und 1999 geboren und dienten seit 2021 bzw. 2016 in den nordkoreanischen Streitkräften.

Laut SBU werden sie unter Bedingungen festgehalten, die mit dem Völkerrecht im Einklang stehen. Es würden strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet, um festzustellen, ob die Männer gegen ukrainische Gesetze verstoßen hätten, die die Planung oder Durchführung eines Krieges verbieten.

Russland meldet Einnahme von Siedlung in Donezk

Russland meldete unterdessen die Einnahme einer weiteren Siedlung in der ostukrainischen Region Donezk. Die russische Armee habe die Kontrolle über Schewtschenko übernommen, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Samstag mit. Zudem habe sie die Militärflugplatz- und Energieinfrastruktur der Ukraine mit Drohnen, Raketen und Luftfahrzeugen angegriffen.

In der Nacht auf Samstag hatte die Ukraine nach russischen Angaben mehrere Regionen Russlands mit Schwärmen von Kampfdrohnen angegriffen. Ein Schwerpunkt war nach Berichten russischer Telegram-Kanäle das Gebiet Krasnodar am Schwarzen Meer. In der als Marinestützpunkt und Ölhafen wichtigen Stadt Noworossijsk sei ein Brand ausgebrochen. Über der Hafenstadt Anapa waren Flugabwehrfeuer und Explosionen zu hören.

Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, es seien in der Nacht 85 feindliche Kampfdrohnen abgeschossen worden. Zur geografischen Ausbreitung der Angriffe hieß es, die Regionen Krasnodar, Woronesch, Belgorod, Tambow, Kursk im Westen und Süden des Landes sowie die annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim seien betroffen gewesen. Wegen möglicher Drohnengefahr stellten aber auch die Flughäfen Kasan, Nischnekamsk und Uljanowsk in der Wolgaregion zeitweise den Betrieb ein.

Fast täglich gegenseitige Drohnenangriffe

Im russischen Angriffskrieg gegen das Nachbarland greifen die beiden Seiten einander fast täglich mit Drohnen an. Die Folgen der ukrainischen Angriffe stehen dabei aber in keinem Verhältnis zu den von Russland verursachten Schäden und Opfern im Nachbarland.

Die ukrainische Luftwaffe teilte am Samstag mit, in der Nacht seien von 74 angreifenden russischen Drohnen 47 abgeschossen worden. Schäden durch den Angriff wurden unter anderem aus dem Gebiet Dnipropetrowsk gemeldet. Dort seien Infrastrukturanlagen und ein Industrieobjekt beschädigt worden.

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