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Startseite » Ukraine trifft mit Drohne Kuppel von AKW-Saporischschja
Welt

Ukraine trifft mit Drohne Kuppel von AKW-Saporischschja

MitarbeiterBy MitarbeiterApril 7, 2024
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Ukraine trifft mit Drohne Kuppel von AKW-Saporischschja

Die Ukraine hat offenbar das von Russland kontrollierte Atomkraftwerk in Saporischschja mit Drohnen angegriffen.

Eine sei auf der Kuppel eines Kraftwerksblocks explodiert, habe aber keinen Schaden angerichtet, berichtete die von Russland eingesetzte Verwaltung des ukrainischen Kraftwerks am Sonntag. Die internationale Atombehörde IAEA in Wien erklärte, man sei darüber von russischer Seite informiert worden.

Nach russischen Angaben sind bei dem Beschuss drei Mitarbeiter verletzt worden. „Eine solche Detonation steht im Einklang mit Beobachtungen der IAEA“, erklärte die UN-Organisation. Man empfehle dringend, von Aktionen Abstand zu nehmen, die die nukleare Sicherheit gefährdeten, warnte IAEA-Chef Rafael Mariano Grossi im Kurznachrichtendienst X. Laut AKW-Verwaltung beschädigte eine weitere Drohne einen LKW in der Nähe der Kantine des Kraftwerks. Die Strahlung an den sechs Reaktoren sei aber normal, hieß es.

AKW befindet sich in Nähe der Frontlinie

Das Atomkraftwerk befindet sich in der Nähe der Frontlinie. Beide Seiten haben sich öfters gegenseitig beschuldigt, die Anlage beschossen zu haben. Von Reuters kann der Wahrheitsgehalt nicht überprüft werden.

Russische Angriffe haben nach ukrainischen Angaben am Sonntag mehrere Zivilisten das Leben gekostet. Im an der Front gelegenen Dorf Guliaipole in der Region Saporischschja wurden demnach drei Menschen getötet. Die russischen Streitkräfte hätten das Dorf mit Mehrfachraketenwerfer vom Typ Grad beschossen, hieß es. Im ukrainisch kontrollierten Teil des Gebiets Donezk kamen nach offiziellen Angaben durch russischen Artilleriebeschuss mindestens fünf Zivilisten ums Leben.

„Zwei Männer und eine Frau starben“

„Zwei Männer und eine Frau starben unter den Trümmern ihres eigenen Hauses, das von einer russischen Granate getroffen wurde“, teilte Iwan Fedorow, der Gouverneur der im Südosten der Ukraine gelegenen Region Saporischschja, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Eine weitere Person sei verletzt worden. Die Frontregion Saporischschja liegt unter ständigem russischen Raketen-, Drohnen- und Artilleriebeschuss.

Später hieß es in einem Bericht der russischen Nachrichtenagentur TASS, das von Russland kontrollierte Atomkraftwerk in Saporischschja werde mit ukrainischen Drohnen angegriffen. Dabei sei ein LKW in der Nähe der Kantine des Kraftwerks beschädigt worden. TASS berief sich auf Angaben der Betreiber des AKW.

Donezk: Mindestens fünf tote Zivilisten vermeldet

Im ukrainisch kontrollierten Teil des Gebiets Donezk waren zuvor mindestens fünf tote Zivilisten vermeldet worden. Unter den Opfern im Landkreis Pokrowsk sei auch eine Minderjährige, teilte die regionale, ukrainische Staatsanwaltschaft am Samstagabend mit. Zwei Menschen seien verletzt worden. Auf der anderen Seite meldeten die Behörden der russisch besetzten Gebietshauptstadt Donezk elf Verletzte durch ukrainischen Beschuss. Der Landkreis Pokrowsk liegt nur wenige Kilometer von der Front entfernt westlich von Donezk. Getroffen worden seien Wohnhäuser in mehreren Ortschaften.

Unter den Verletzten auf der anderen Seite seien zwei Kinder, schrieb der Chef der von Russland annektierten Region Donezk, Denis Puschilin, am Samstag auf seinem Telegram-Kanal. Neun Wohnhäuser seien in verschiedenen Stadtteilen beschädigt worden. Neben der Stadt Donezk sind nach Angaben Puschilins auch die ebenfalls vom russischen Militär kontrollierten Städte Makijiwka und Horliwka angegriffen worden. Es habe 29 Mal Beschuss unter anderem durch Artillerie und Drohnen gegeben. Von ukrainischer Seite gab es dazu zunächst keine Angaben.

Mehrere Wellen von ukrainischen Kampfdrohnen

Das russische Grenzgebiet Belgorod ist Behördenangaben zufolge am Sonntag in mehreren Wellen von ukrainischen Kampfdrohnen angegriffen worden. Durch Trümmer einer abgeschossenen Drohne sei ein Mädchen getötet worden, das mit seiner Familie in einem Auto saß, teilte Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow auf Telegram mit. Der Familienvater, ein Jugendlicher und zwei Kinder in dem Auto seien verletzt worden. Die Drohne sei über dem Dorf Schagarowka bei der Gebietshauptstadt Belgorod abgestürzt.

Wie der britische „The Telegraph“ laut Ukrinform berichtet, führen die russischen Truppen systematisch illegale chemische Angriffe auf das ukrainische Militär durch. Nach Angaben der ukrainischen Streitkräfte werden sie regelmäßig von kleinen Drohnen angegriffen, die Tränengas und andere Chemikalien abwerfen. Der Einsatz dieses Gases, das als CS bekannt ist und üblicherweise von der Bereitschaftspolizei verwendet wird, ist dem Bericht zufolge in Kriegszeiten gemäß dem Chemiewaffenübereinkommen verboten.

Donezk: Kämpfe bereits seit 2014

Das Gebiet Donezk wird teils von russischen, teils von ukrainischen Truppen kontrolliert. Die Kämpfe dort gibt es bereits seit 2014, als sich moskautreue Separatisten nach dem Sturz des russlandfreundlichen Präsidenten Viktor Janukowitsch von Kiew lossagten. Die neue prowestliche Führung in Kiew hatte danach mit einem Militäreinsatz vergeblich versucht, die Kontrolle über Donezk und andere Ortschaften im Donbass zurückzuerlangen.

Im Februar 2022 erkannte Kreml-Chef Wladimir Putin die selbst ernannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk zunächst als unabhängige Staaten an und begann dann auch unter dem Vorwand, dort russische Staatsbürger zu schützen, seinen Krieg gegen die Ukraine. Im Herbst 2022 annektierte Putin die Regionen zusammen mit den ebenfalls teils besetzten Gebieten Cherson und Saporischschja und gliederte sie in die Russische Föderation ein.

Wie das ukrainische Energieministerium unterdessen mitteilte, funktioniert die Energieversorgung des Landes nach den russischen Angriffen der vergangenen Wochen wieder weitgehend normal. „Das ukrainische Energiesystem ist stabil und ausbalanciert.“ Russische Raketen- und Drohnenangriffe hatten Ende März ein Rekordniveau erreicht und in mehreren Regionen der Ukraine für Blackouts gesorgt. Russland hatte fast täglich Wasser- und Kohlekraftwerke sowie das Hochspannungsnetz angegriffen.

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