Friedrich Merz, Deutschlands künftiger Bundeskanzler, ist heute abends bereits in Paris: Er wird den französischen Präsidenten Emmanuel Macron treffen – bei diesem Dinner wird es um die Zukunft Europas gehen.
Es sind die Sorgen aller europäischen Staatschefs über die weitere Verlässlichkeit der Vereinigten Staaten als Schutzmacht, die nun auch Friedrich Merz (69, CDU) nach Paris eilen lassen.
Macron informierte zuvor europäische Staats- und Regierungschefs am Mittwoch in einer vertraulichen Videoschalte über seine jüngsten Gespräche mit US-Präsident Donald Trump. Dabei soll es um die Handelsbeziehungen zwischen den USA und der EU, die Zukunft der NATO und Sicherheitsherausforderungen in Osteuropa gegangen sein.
In Europa wachsen die Sorgen um die Sicherheitsarchitektur des Kontinents, die seit Jahrzehnten von den USA gestützt wird. Die Trump-Regierung scheint sich zunehmend von der Unterstützung der Ukraine im Krieg gegen Russland abzuwenden, was in Europa für Besorgnis sorgt.
Das Treffen in Paris ist die erste Auslandsreise von Friedrich Merz seit dem starken Abschneiden seiner Partei bei der deutschen Bundestagswahl am Sonntag.
Laut dem Politik-Magazin Politico haben drei mit der Angelegenheit vertraute Beamte, die aufgrund der Sensibilität der Gespräche anonym bleiben wollten, das Dinner bestätigt. Beim Besuch wird voraussichtlich die politische Lage in Deutschland nach der Wahl, die laufenden Koalitionsverhandlungen sowie die transatlantischen Beziehungen als Fortsetzung von Macrons Gespräch mit Trump thematisieren.