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Startseite » Dopingsperre vergessen? Italiener feiern Comeback in Rom: „Habemus Sinner“
Sport

Dopingsperre vergessen? Italiener feiern Comeback in Rom: „Habemus Sinner“

MitarbeiterBy MitarbeiterMai 7, 2025
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Dopingsperre vergessen? Italiener feiern Comeback in Rom: „Habemus Sinner“

Unglaublich, wie Italiens Tennis-Superstar Jannik Sinner bei seiner Rückkehr aus der dreimonatigen Dopingsperre in Rom gefeiert wird. Bei der ersten Trainingssession im Foro Italico platzte der Compo Centrale aus allen Nähten. Danach schrieb der Weltranglisten-Erste lange Autogramme.

Die Gazzetta dello Sport empfing den Tennis-Helden mit Riesen-Lettern. „Ganz Rom, ganz Italien erwartet ihn mit Herzklopfen.“ Es scheint, als wollten die Italiener Sinner ein Märtyrer-Image verpassen. Die Fans stehen jedenfalls hinter ihm.  6.000 hatten sich das Showtraining des Publikumslieblings nicht entgehen lassen. Als Sinner vom Platz kam, gab es ein Gedränge um Autogramme und Selfies. 

Die Tennis-Welt hat sich drei Monate ohne ihn weitergedreht, doch Jannik Sinner ist auch nach seiner dreimonatigen Dopingsperre Nummer eins der Männer geblieben. Am Samstag feiert der Italiener beim Masters-1000-Turnier in Rom sein mit Spannung erwartetes Comeback nach der unfreiwilligen Auszeit. Sein Gegner nach einem Freilos wird entweder der Argentinier Mariano Navone (ATP-99.) oder der Wildcard-Italiener Federico Cina (323.) sein.

Hype um Sinner im Schatten der Papst-Wahl: „Habemus Sinner“

Der Hype um den Südtiroler ist in seiner Heimat ungebrochen. Das Fernsehen zeigt sogar Trainingsbilder live. Italienische Reporter vermeldeten in Anlehnung an das am Mittwoch, nur wenige Kilometer entfernt, beginnende Konklave zur Wahl des Papstes gar „Habemus Sinner“. Wenn im Vatikan weißer Rauch aufsteigt, dann wird traditionell „Habemus Papam“ verkündet – wir haben einen Papst.

Sinner räumte im dicht besetzten Raum vor Journalisten bei der ersten Pressekonferenz gleich einmal mit Liebesgerüchten auf („Ich bin nicht in einer Beziehung“). Auf die erste Frage antwortete er dann, er habe die Sperre anfangs nicht akzeptieren wollen, weil er wisse, was wirklich passiert sei. „Aber manchmal muss man in einem sehr schlechten Moment das Beste wählen, und das haben wir getan. Jetzt ist also alles vorbei. Ich bin glücklich, wieder Tennis zu spielen“, sagte der Weltranglisten-Erste über die Einigung.

Bei dem Südtiroler, der nur wenige Kilometer von der österreichischen Grenze in Sexten aufgewachsen ist, waren im März 2024 Spuren des Dopingmittels Clostebol entdeckt worden. Er gab an, dass die Substanz über die Hände eines Masseurs unwissentlich in seinen Körper gelangt sei. Die für Dopingverfahren zuständige Agentur (ITIA) glaubte dem Tennisprofi und verzichtete auf eine Sperre. Dagegen ging die WADA später vor und rief den Sportgerichtshof (CAS) an. Die Verhandlung wurde nach der außergerichtlichen Einigung abgesagt.

Sinner bleibt zumindest bis zu den French Open (ab 25. Mai) auf dem Tennis-Thron sitzen. Die Konkurrenz hat die Chance vergeben, nach Antritt der Sperre nach Sinners Sieg bei den Australian Open das Vakuum zu füllen. Seither gab es vier Masters-1000-Turniere und sechs ATP-500er-Events – und zehn verschiedene Sieger. Seine zwei größten Herausforderer, Alexander Zverev und Carlos Alcaraz, gewannen je eines davon – Zverev in München, Alcaraz in Monte Carlo. Dem Deutschen fehlen aktuell 1.645 Punkte auf Sinner, dem Spanier 1.880.

Schuldeingeständnis? Fehlanzeige! „Keinen Fehler begangen“

Leicht gefallen ist Sinner die Pause aber nicht. Es sei ihm „wirklich schwer gefallen ist, die dreimonatige Sperre zu akzeptieren, denn in meinem Geist habe ich keinen Fehler begangen.“

Die Sperre von drei Monaten war eine Art Deal, doch selbst unmittelbare Konkurrenten wie Zverev äußerten Unverständnis. „Ich finde es Schwachsinn. Wenn du positiv getestet wirst und du Schuld dran hast, solltest du viel länger gesperrt sein als drei Monate“, sagte Zverev auf APA-Nachfrage zuletzt in Monte Carlo. Da aber WADA und ITIA den Südtiroler von der Schuld freigesprochen haben, sei die Sperre absurd.

Zumindest die Optik war wohl nicht die beste, Serena Williams sagte etwa sehr überspitzt, dass sie „20 Jahre“ bekommen hätte und ihr Grand-Slam-Titel aberkannt worden wären. Wie auch immer, für Sinner, der sich eben nicht als „Sünder“ sieht, geht es nun endlich wieder sportlich weiter. Am härtesten sei die Suspendierung am Anfang gewesen, schilderte er. Er habe keine Sportveranstaltungen besuchen dürfen. Er konnte nicht ins Stadion gehen, um ein Fußballspiel zu sehen, seine Freunde nicht bei Radrennen unterstützen. An seine Teilnahme in Rom habe Sinner jetzt geringe Erwartungen. „Das Ziel wird Paris sein, aber ich bin hier, um zu sehen, auf welchem Niveau ich bin.“

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