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Startseite » Bullen-Zähmer Sturm will gegen Salzburg die Revanche
Sport

Bullen-Zähmer Sturm will gegen Salzburg die Revanche

MitarbeiterBy MitarbeiterApril 5, 2024
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Bullen-Zähmer Sturm will gegen Salzburg die Revanche

Es ist die große Chance zur Revanche. Sturm Graz könnte Red Bull Salzburg am Donnerstag (20.45 Uhr/live ORF 1) wie schon 2018 und 2023 im Halbfinale des ÖFB-Cups den Weg zu einem möglichen Double versperren.

Im Ligaschlager hatten sich die Grazer dem Serienmeister am Sonntag zu Hause mit 0:1 geschlagen geben müssen. Dazu sind sie nach Roten Karten in der hitzigen Schlussphase bei der Neuauflage dezimiert. An den jüngsten Cup-Auftritt in Salzburg hat der Titelverteidiger allerdings gute Erinnerungen.

Struber will nicht „Passagier der Emotionen werden“

Im vergangenen Februar setzte sich Sturm im Viertelfinale nach einem 1:1 im Elfmeterschießen durch. In der laufenden Saison gab es in der Liga ebenfalls zwei Remis (2:2, 1:1), ehe sich die Bullen mit dem Sieg am Sonntag im Meisterrennen um fünf Punkte vom ersten Verfolger absetzten. „Wir haben das letzte Spiel sehr positiv abgehakt, jetzt sind die Sensoren auf den Cup gerichtet“, betonte Salzburg-Trainer Gerhard Struber. „Wir wollen ins Finale und den Titel gewinnen.“

Man habe im Ligaschlager gesehen, wie man Sturm technisch und taktisch wehtun könne. „Der Sieg in Graz tut uns gut, wir fliegen deswegen aber nicht davon“, versicherte Struber. „Wir können das schon ganz gut einordnen.“ Das betrifft auch die Vorkommnisse in der Schlussphase. Nach einer Rudelbildung sahen die Sturm-Akteure Jon Gorenc Stankovic und Dimitri Lavalee ebenso Rot wie Salzburgs Lucas Gourna-Douath. Nach Schlusspfiff folgte Sturm-Sportdirektor Andreas Schicker, der sich demonstrativ vor dem Referee niedergekniet hatte.

„Ich will nicht groß kommentieren, was von der Sturm-Richtung gekommen ist. Wir konzentrieren uns auf uns und werden es leidenschaftlich und mit der notwendigen Intensität und Aggressivität angehen“, erklärte Struber vor dem Wiedersehen. In einem Spitzenspiel müsse man sich auf die eine oder andere „emotionale Hochschaubahn“ einstellen. „Auch im Cup wird es Emotionen geben. Da braucht es eine gute Verbindung zwischen Herz und Hirn, damit wir nicht Passagier der Emotionen werden.“

„Wir haben viel Selbstvertrauen“

Der Matchplan stehe bereits, ergänzte Mads Bidstrup, dem in Graz der entscheidende Treffer gelungen war. „Das war nicht so unwichtig. Es ist immer schwierig gegen Sturm. Wir erwarten Intensität und physikalische Power“, meinte der Däne. 15 Partien in Folge sind die Bullen im nationalen Geschäft ungeschlagen. 2024 haben sie noch kein Pflichtspiel verloren. Bidstrup: „Wir haben viel Selbstvertrauen in der Mannschaft, sind aber mit beiden Beinen auf dem Boden.“

Abgesehen vom gesperrten Gourna-Douath wird Salzburg eine weitgehend unveränderte Startelf aufbieten. Einzig die zuletzt blessierten Außenverteidiger Amar Dedic und Aleksa Terzic scheinen wieder Optionen. „Bei Dedic schaut es nicht so schlecht aus“, sagte Struber über seinen Kapitän. „Wir wollen aber nichts über das Knie brechen.“

Sturms Ilzer sieht „Spitzentriebförderung“ für Serienmeister

Den Grazern fehlen nach dem turbulenten Finish mit Gorenc Stankovic und Lavalee zwei Schlüsselkräfte im defensiven Mittelfeld gesperrt. Kapitän Stefan Hierländer könnte daher zu einem seltenen Einsatz von Beginn an kommen, Alternative ist Niklas Geyrhofer. Offensivmann Otar Kiteishvili steht nach seinen Wadenproblemen vor einem Comeback. In den ersten beiden Saisonduellen mit Salzburg hatte Sturms Unterschiedsspieler jeweils getroffen. „Elf starke Spieler, die auf die Aufgabe brennen, werden beginnen“, versprach Trainer Christian Ilzer. Allerdings sei auch noch eine namentlich nicht genannte Stammkraft erkrankt. „Wir haben nicht die beste Kapelle.“

Das Thema Rudelbildung samt folgender Ausschlüsse und Sperren im Verhältnis 3:1 gegen Sturm will Ilzer hinter sich gelassen haben. Er verwies auf seine Herkunft aus dem Apfeldorf Puch bei Weiz und wagte einen Ausflug in die Botanik. „Die Spitzentriebförderung ist in der Natur normal“, sagte der Steirer. „Ich habe diese Erklärung gefunden und so schnell meinen Frieden gefunden.“

Die „Spitzentriebförderung“ – Ilzer sprach in diesem Zusammenhang auch von einer „Verzerrung“ – gebe es auch in anderen Ligen, in verschiedenen Gruppierungen, in der Natur und in der Gesellschaft. „Der, der an der Spitze steht, hat noch mehr Förderung, bekommt noch mehr Gunst. Das wird sich auch nicht ändern.“ Es gelte aus den zur Verfügung stehenden Möglichkeiten das Maximum herauszuholen. „Irgendwann werden auch wir der stärkste Ast am Baum sein.“

Ilzer: „Müssen Fernando in den Griff bekommen“

Wenn es Salzburg in der Liga nicht so leicht gemacht werde, sei der „Realitätsschock“ für die Bullen in der Champions League vielleicht nicht so groß, mutmaßte Ilzer. „Wir waren in den Partien dieser Saison, finde ich, auf Augenhöhe.“ Im Vergleich zum Sonntag müsse man im letzten Drittel aber bessere Lösungen zu finden. „Wir müssen einen hochwertigen, präzisen und schnellen Fußball spielen – und auch in der Gegenrichtung Fernando in den Griff bekommen“, warnte Ilzer vor Salzburgs Sturm-Ass.

Sturm hat in den jüngsten fünf Pflichtspielen nur einen Sieg gefeiert. Im Cup ist man aber zehn Partien ungeschlagen, die bisher letzte Niederlage im Bewerb setzte es im Oktober 2021 gegen die SV Ried (1:2). Im Vorjahr rangen die Grazer im Finale in Klagenfurt Rapid mit 2:0 nieder. „Wir wollen unseren Cuptitel verteidigen. Es gab letztes Jahr ein fantastisches Finalspiel“, betonte Ilzer.

Sturm im Cup als „Bullen-Zähmer“

In den vergangenen zehn Cup-Auflagen hieß der Titelträger immer Sturm oder Salzburg. 2018 und 2023 beendeten die Steirer jeweils eine vierjährige Regentschaft der Bullen und verhinderten damit weitere Doubles. Ob Liga oder Cup wichtiger sei, wollte Ilzer nicht beantworten. „Beides ist gleich bedeutend. In der Meisterschaft ist es in Österreich eine Herkulesaufgabe, aber wir geben noch lange nicht auf. Im Fußball ist stets Platz für Überraschungen.“

Elfmeterschießen ließen vor dem K.o.-Duell beide Coaches trainieren. „Das hat schon Tradition vor einem Cupspiel“, sagte Struber. „Am Weg zum Elfmeterpunkt muss man im Kopf frei sein“, ergänzte Ilzer. Im Gegensatz zum Ligaduell in Graz wird das Stadion bei weitem nicht ausverkauft sein. Bis Mittwochmittag waren laut Salzburg-Angaben 10.200 Tickets verkauft. Der Auswärtssektor ist voll.

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