45 Songs, 10 Akte und ein dutzend heißer Kostüme. Taylor Swift lässt ab heute mit der Rekord-Show „Eras“ bei 3 Konzerten über 190.000 Fans im Happel Stadion ausflippen.
Um ca. 19.20 Uhr ist es soweit: Nach Intro-Countdown öffnet sich der überdimensionale Videoscreen, der 50 Meter breite Bombast-Bühne. Eine Reihe an Tänzer schreiten mit überdimensionalen Muschelartigen Wind-Segel über den ausufernden Steg, der auch für Videoeinspielungen genützt wird, zur Karo-Förmigen Zweit-Bühne. Dann eine gemeinsame Verbeugung und wie von Geisterhand erscheint SIE aus dem bunten Stoffberg. Mit verboten hohen High-Heels und knappem Glitzer-Badeanzug. Auf einem Hydraulikwürfel, der sie zu „Miss Americana & the Heartbreak Prince“ sofort in luftige Höhen emporhebt. So spektakulär startet Taylor Swift, die zuvor versteckt in einem Roll-Case mit Putz-Utensilien (!) zur Bühne geführt wurde, jetzt drei Tage lang ihre Rekord-Show „Eras“ im Happel Stadion.
Das ist die geplante Setlist von Taylor Swift in Wien:
Lover
- 1. Miss Americana & the Heartbreak Prince
- 2. Cruel Summer
- 3. The Man
- 4. You Need to Calm Down
- 5. Lover
Fearless
- 6. Fearless
- 7. You Belong With Me
- 8. Love Story
Red
- 9. 22
- 10. We Are Never Ever Getting Back Together
- 11. I Knew You Were Trouble
- 12. All Too Well
Speak Now
reputation
- 14. …Ready for It?
- 15. Delicate
- 16. Don’t Blame Me
- 17. Look What You Made Me Do
folklore / evermore
- 18. cardigan
- 19. betty
- 20. champagne problems
- 21. august
- 22. illicit affairs
- 23. my tears ricochet
- 24. marjorie
- 25. willow
1989
- 26. Style
- 27. Blank Space
- 28. Shake It Off
- 29. Wildest Dreams
- 30. Bad Blood
The Tortured Poets Department
- 31. Female Rage: The Musical
- 32. But Daddy I Love Him / So High School
- 33. Who’s Afraid of Little Old Me?
- 34. Down Bad
- 35. Fortnight
- 36. The Smallest Man Who Ever Lived
- 37. I Can Do It With a Broken Heart
Überraschungs-Songs
- 37. Song 1 (Gitarre)
- 38. Song 2 (klavier)
Midnights
- 39. Lavender Haze
- 40. Anti‐Hero
- 41. Midnight Rain
- 42. Vigilante Shit
- 43. Bejewelled
- 44. Mastermind
- 45. Karma
Nach dem Publikums-Sing-Along „Cruel Summer“ zieht sie sich für „The Man“ ein Glitzer-Jacket an und lässt dazu auf drei Bühnen-Ebene Tippsen und Büro-Hengste am Schreibtisch herumwirbeln. Mit dem Massentanz „You Need To Calm Down“, ausufernden Ansage und der Power-Ballade „Lover“, für das sie sich vor einer Puppenhaus-Kulisse erstmals die Gitarre umhängt, endet der erste Akt.
Für den „Fearless“-Part rund um „You Belong With Me“ shaked Swift im goldenen Glitzerkleidchen ab. Nachdem sie in einer der vielen Falltüren der 100 Millionen Dollar teuren Bombast-Bühne verschwindet, tanzt sie für den Zirkus-artigen Teil „Red“ im plakativen Spruch T-Shirt an und verschenkt zu „22“ ihren Hut an einen glücklichen Fan. Bei „We Are Never Ever Getting Back Together“ hat Tänzer Kam Saunders seinen großen Aufritt. Er darf Swift auf Deutsch kontern. Zuletzt u.a. mit „Auf gar keinen Fall!“ oder „Vergiss es!“. Nach einer 10 Minuten Version (!) von „All Too Well“, die für viele Fans auch als WC-Pause genützt wird, zeigt sich Swift in der nur kurzen angerissen Aera „Speak Now“ in einer zauberhafter Märchenrobe. Cool: bei „Enchanted“ ist auch eine Fan-Aktion mit rot-weiß-roten Schildern auf den Stadionrängen geplant.
Deutlich mehr Zeit und Action widmet Swift dem Album „Reputation“, wo sie mit härteren Rhythmen, spektakulären Licht-Effekten und im kessen rot-schwarzer Bodysuit mit Schlangen-Muster abrockt. Zu „Ready For it?“ schlängeln sich giftigen Schlangen am Videoboden, bei „Delicate“ beginnt dieser nach Taylors Sprüngen vermeintlich zu splittern und für „Look What You Made Me Do“ sperrt sie ihre Tänzer in Glaskäfige.
Die CDs „Folklore“ und „Evermore“, bei der sie „Betty“ in einem überdimensionalen Knusperhäuschen anstimmt und „Champagne Problems“ auf eine moosbewachsenen Klavier zündet und damit so etwas wie schummrige Mini-Club-Atmosphäre schafft, inszeniert Swift auch in einem düsteren Hexenwald.
Bunter und flotter wird die zweifach Grammy-dotierte Hit-CD „1989“ präsentiert, wo Taylor im Glitzer-Miniröcken antanzt, zu „Blank Space“ einen Star-Wars-artigen Licht-Golfschläger schwingt und ihren hierzulande wohl größten Hit anstimmt: „Shake it off“ Auch dabei wird das ganze Stadion mit blinkenden Leuchtbändern erhellt. Noch greller sind nur die unzähligen Feuerfontänen zu „Bad Blood“.
Mit dem aktuellen Album „The Tortured Poets Department“, den sie mit „But Daddy I Love Him“ in einem weißen Vivienne Westwood Taftkleid mit Lyric-Print startet, wird es düsterer.
Bei „Who’s Afraid Of Little Me“ zeigt sie sich am Screen mit furchterregender Horror-Fratze. Zu „Down Bad“ lässt sie ein UFO schweben und für „Fortnite“ sowie „The Smalles Boy Who Ever Lived“ gibt’s ein Theater-ähnliches Schauspiel mit Krankenschwestern, rotierendem Bett und Ohnmachts-Anfall. Noch in Trance wird sie dann von zwei Männern in Frack und Zylindern entkleidet und für „I Can Do It With A Broken Heart“ auf kesse Show-Puppe getrimmt. In London übernahm ja ihr Freund Travis Kelce diese pikante Aufgabe. In Wien wird er leider fehlen: NFL-Training in den USA.
Dafür gibt es – gegen 22.10 Uhr – die obligaten Überraschungs-Songs. Pro Abend jeweils zwei ganz speziell für Wien auserkorene Mash-Ups. Eines an der Gitarre. Eines am Klavier. 239 verschiedene Songs sie bei den 126 Konzerten seit dem Tourstart im März 2023 schon angestimmt. „Mein Plan ist keine einzige Wiederholung während der gesamte Tour. Außer ich vermurkse etwas total.“
Beim Final-Furioso „Midnights“ wirbelt sie zu „Lavender Haze“ zwischen überdimensionalen Schaumstoff-Wolken rum. Bei „Anti-Hero“ lässt sie unter dem silber Min-Kleid kess ein sündiges Strumpfband blitzen um dann für „Midnight Rain“ ins „Kleinen Blauen“ zu strippen. Nach verruchtem Sessel-Tanz („Vigilante Shit“) und einer letzten Massen-Choreografie („Bejeweled“) setzt Swift nach knapp 3 1/2 Stunden mit der von Konfetti-Regen und Feuerwerk begleiteten Party-Hymne „Karma“, die sie zuletzt oft ihrem Freund Travis Kelce widmete („Karma ist der Typ der Chiefs, der direkt zu mir heim kommt“) das Grande Finale hinter der größten Show des Pop.
Via Falltüre geht sie von der Bühne ab um sich dann gleich direkt vom Stadion zurück in ihr Luxus-Hotel chauffieren zu lassen. Am Freitag und Samstag steigen die ebenfalls ausverkauften Zusatz-Konzerte. Die sich jeweils nur durch zwei neue Überraschungs-Songs und die Ansagen von der Wien-Premiere unterscheiden werden.












