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Startseite » Schädel von Kleopatras kleiner Schwester dürfte in Wien liegen
Österreich

Schädel von Kleopatras kleiner Schwester dürfte in Wien liegen

MitarbeiterBy MitarbeiterMärz 11, 2024
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Schädel von Kleopatras kleiner Schwester dürfte in Wien liegen

Forscher wollen in Skelett aus Ephesos Arsinoe IV identifiziert haben – Peter Scherrer und Rudolf Ernst beschreiben, wie sie den Schädel in Wien fanden

Während das Grab von Kleopatra (69 v. Chr. – 30 v. Chr.) unbekannt ist, vermuten Forschende schon lange, dass ihre kleine Schwester Arsinoe IV, die in ihrem Auftrag ermordet wurde, in Ephesos bestattet wurde: In einem achteckigen Mausoleum an einer der wichtigsten Prozessionsstraßen im Zentrum der Stadt. Zwei österreichische Archäologen legen dazu eine Reihe an Indizien vor – und fanden ihren Kopf in Wien. Am 14. März stellen sie ihr Buch im Kunsthistorischen Museum vor.

Der späthellenistische, kleine achteckige Grabbau im Zentrum von Ephesos wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts freigelegt. In seinem Inneren wurde eine Grabkammer samt Skelett einer jungen Frau gefunden. Seither gibt der Fund Wissenschaftern Rätsel auf, denn eine fehlende Grabinschrift erschwert die Zuordnung und gibt Raum für Spekulationen.

„Schon die Lage des Grabes reichte als Indiz aus, um die sterblichen Überreste der Frau einem hohen gesellschaftlichen Stand zuzuordnen“, wie Peter Scherrer vom Institut für Archäologie der Uni Graz schilderte. Er war selbst von 1997 bis 2004 stellvertretender Grabungsleiter in Ephesos und hat sich seit Jahrzehnten mit der Frage beschäftigt, wer die Frau war, die das prominente Grab bekam.

Gemeinsam mit seinem Archäologenkollegen, Ernst Rudolf, der heute als Forensiker tätig ist, hat er antike Quellen durchforstet, und archäologische, architektonische Anhaltspunkte gesammelt und historische Daten miteinander verknüpft. Die ungewöhnliche Gestalt des achteckigen Baus mit dreigeschoßigem Aufbau könnte demnach eine Anspielung auf den „Pharos“, den antiken Leuchtturm von Alexandria sein, der als eines der Sieben Weltwunder bekannt geworden ist. „Damit könnte die Herkunft der Inhaberin des Grabes angedeutet worden sein“, vermutete Scherrer im Gespräch mit der APA.

Aus den bisherigen Befunden und Hinweisen sei es aus Sicht der beiden Autoren jedenfalls „so gut wie sicher“, dass es sich um ein ptolemäisches Königinnengrab handelt. Da dränge sich die Geschichte der beiden königlichen Schwestern auf, die zur Mitte des ersten Vorchristlichen Jahrhunderts um die Herrschaft in Ägypten kämpften: Kleopatra und Arsinoe IV. Kleopatra ging daraus als Siegerin hervor, während ihre jüngere Schwester, von Julius Cäsar in seinem „Alexandrinischen Triumphzug“ im Jahr 46 v. Chr. in Rom mitgeführt und anschließend in das Artemis-Heiligtum von Ephesos ins Exil geschickt wurde. Dort soll sie schließlich in Kleopatras Auftrag 41 v. Chr. ermordet worden sein.

„Wir haben immer vermutet, dass die sterblichen Überreste in diesem Grab zu Arsinoe IV gehören“, so Scherrer. Ob es sich dabei tatsächlich um die Begräbnisstätte der jungen ptolemäischen Königin handelt, bleibt aber nach wie vor eine Vermutung.

Die Autoren haben sich auch auf die Suche nach dem seit Jahrzehnten als verschollen geglaubten Schädel des Skeletts gemacht, nachdem sich Teile des originalen Mausoleums im Wiener Kunsthistorischen Museum befinden „Wir haben systematisch in Wiener Institutionen gesucht und sind schließlich in der Sammlung des Departements für Evolutionäre Anthropologie an der Uni Wien fündig geworden“, erzählte Scherrer. Die Identifikation gelang vor rund zwei Jahren anhand von alten Fotos.

Jetzt hofft man, dass sich im Felsenbein ausreichend DNA befindet, um sie zu analysieren und mit anderen Mumien und Skeletten aus Ägypten zu vergleichen. „So könnten wir eines Tages über Verwandschaftscharakteristika möglicherweise auch das Grab Kleopatras identifizieren“, zeigte sich Scherrer hoffnungsvoll.

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