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Startseite » Schock-Bericht von Pfleger: „Was Regierung macht ist ein Witz“
Österreich

Schock-Bericht von Pfleger: „Was Regierung macht ist ein Witz“

MitarbeiterBy MitarbeiterMai 2, 2025
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Schock-Bericht von Pfleger: „Was Regierung macht ist ein Witz“

Tränen, Arbeit bis zur Erschöpfung, teils 60 Stunden die Woche, Bürokratie-Irrsinn. Jetzt packt ein Pfleger (35) aus – und zerlegt die „Alibi-Aktion“ der Regierung von der Schwerarbeiterpension.

Christian Wirth (35) ist Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger (DGKP) und hat schon alles gesehen. Er war Vollzeitpfleger, dann führte er 150 Mitarbeiter in einer Pflege-Einrichtung. Seit einiger Zeit leitet er auch Seminare für Pflegepersonal, erzählt er oe24: „Es geht dabei um Kommunikation. Aber wenn ich die Pfleger frage, wie es ihnen geht, brechen ein oder zwei Leute in Tränen aus.“

Die Arbeit als Pfleger beschreibt er als „permanente Ausnahmesituation“. Es gebe viel zu wenig Mitarbeiter, dadurch müsse man immer wieder im Dienstplan einspringen. So komme es etwa nach einer Dienstwoche von Montag bis Freitag am Samstag plötzlich noch zu einem „Zwölfer“ – einer 12-Stunden-Schicht, um einen ausgefallenen Kollegen zu ersetzen.

Die Bürokratie-Belastung ist „ein Wahnsinn“. Seit Corona gibt es „noch einmal deutlich weniger Personal.“ So gut wie einige gedacht haben, sei die Impfpflicht nicht angekommen. „Da haben einige Pfleger gesagt, da geh ich lieber.“

„Was Regierung macht ist politische Beruhigungspille – und völlig wirkungslos“

Wirth rechnet mit der Regierung ab: „Die nun geplante Schwerarbeiterregelung für Pflegekräfte klingt auf den ersten Blick wie ein Zeichen der Wertschätzung. Doch wer sich die Fakten ansieht, erkennt schnell, dass es sich dabei nur um eine politische Beruhigungspille handelt – völlig wirkungslos für die Betroffenen.“

Dazu bringt der erfahrene Pfleger auch ein Rechenbeispiel, „das den Hohn der Maßnahme zeigt“.

• In Österreich macht man im Schnitt mit 18 oder 19 Jahren die Matura.
• Danach folgt für Männer Zivildienst oder Bundesheer, also ist man frühestens mit 20 Jahren bereit für die Berufsausbildung.
• Das Studium zur Diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegekraft (DGKP) dauert mindestens drei Jahre, oft vier, also ist man frühestens mit 23 oder 24 Jahren im Beruf.
• Rechnen wir nun die erforderlichen 45 Versicherungsjahre drauf, ergibt das ein frühestmögliches Pensionsalter von 68 oder 69 Jahren.

„Wo genau liegt da der Vorteil? Von einer „früheren Pension“ kann hier keine Rede sein – es ist exakt das gesetzlich vorgesehene Pensionsalter. Alles andere ist PR-Schminke auf einem maroden System“, urteilt Wirth.

Leider habe die Pflege auch keine mächtige Lobby. Die Ärzte würden zwar viel jammern, aber mindestens das Dreifache der Pfleger verdienen und haben eine mächtige Ärztekammer. Das fehlt den Pflegerinnen und Pflegern. Die Pfleger würden in diesem sozialen Beruf auch nicht streiken – da dies direkt auf Kosten der Patientinnen und Patienten gehe. 

 

Diese Pensions-Regelung der Regierung sei „eine Farce“, die nicht einmal im Ansatz die tatsächlichen Belastungen der Pflegeberufe widerspiegle. Wer 30 oder 40 Jahre lang im Schichtdienst arbeitet, körperlich und psychisch bis an die Grenzen geht, mit Personalmangel kämpft, Dienste tauscht, Doppelschichten macht und dabei oft selbst krank wird, hat nicht mit 68 die Kraft für einen „wohlverdienten Ruhestand“ – sondern ist dann laut Wirth oft schon ausgebrannt oder gesundheitlich beeinträchtigt.

Was Pflegeberufe brauchen, sind laut dem Pflege-Experten echte strukturelle Verbesserungen:

• eine realistische Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich
• einen Rechtsanspruch auf Frühpension nach z.B. 35 Dienstjahren im Pflegebereich
• echte Maßnahmen gegen den massiven Personalmangel
• faire Entlohnung für Verantwortung und Belastung
• psychosoziale Unterstützung und Prävention statt Schönfärberei

„Diese Reform ist eine Beleidigung“

Dieser von der SPÖ-Sozialministerin sogenannte Fortschritt sei „nichts weiter als eine Mogelpackung. Eine Alibi-Aktion, um von der eigenen Untätigkeit und dem Versagen im Pflegebereich abzulenken. Wer jahrzehntelang arbeitet, will nicht hören, dass er vielleicht ein paar Monate früher gehen dürfte – wenn er es überhaupt bis dahin schafft.“Es reicht, sagt Wirth: „Wir Pflegekräfte brauchen keine hohlen Versprechen mehr. Wir brauchen Taten.“

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