Ein oe24-Bericht über lange OP-Wartezeiten rief nun auch die Wiener ÖVP auf den Plan, die das Problem schon länger im Visier hat.
“Ich habe Fälle dabei, die ein halbes Jahr bereits gewartet haben – und jetzt dauert es noch einmal ein halbes Jahr”, klagte Prof. Martin Faschingbauer, Leiter der Orthopädie im Klinikum Penzing, gegenüber oe24. “Das grundlegende Problem ist, dass bei mir der Operationssaal um 14.30 Uhr leer steht – und wertvolle OP-Kapazitäten nicht genutzt werden.”
Dem Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker ist das Problem bekannt. Er stellte vergangene Woche seinen Plan vor, um die Wartezeiten in Wiener Spitälern zu drücken: Konkret sollen Kassenpatienten an Privatspitäler ausgelagert werden. Die Kosten dafür soll die Stadt Wien übernehmen. Faschingbauer meinte dazu: “Es ist ein großer, organisatorischer Aufwand mit hohen Kosten”. Das Auslagern der Patienten in Privatspitäler könne nur “die Lösung für die Akutsituation” sein. Stattdessen brauche es grundlegende Veränderungen innerhalb des Wiener Gesundheitsverbundes.
Wiener ÖVP: “Politischer Wille” fehlt
Via Aussendung meldete sich nun auch die Wiener ÖVP zu Wort. Sie hätten bereits in den letzten Wochen die Explosion der Wartezeiten in den Spitälern kritisiert. In Bezug auf den oe24-Bericht erklärte Korosec: „Finanzielle Anreize, flexiblere Arbeitszeiten und ein Ausbau der Kapazitäten könnten sofort mehr Operationen ermöglichen – doch im Rathaus fehlt der politische Wille.”
Und: „Statt nachhaltige Lösungen zu präsentieren, reagiert Stadtrat Hacker nur mit Zwischenlösungen. Das ist keine Politik für die Menschen in Wien, sondern eine Kapitulation vor den eigenen Fehlern. Hacker trägt die Verantwortung und verschließt seit Jahren die Augen vor der Realität“.
Stadtrat Hacker müsse sich nun entscheiden: “Will er Reformen umsetzen oder weiter zusehen, wie das Wiener Gesundheitssystem kollabiert?“, so Korosec abschließend.