Nur zwei Monate, nachdem in Ottakring die grausam verstümmelte verweste Leiche eines Mannes gefunden wurde, ist die Kripo seit Donnerstag in Margareten mit einem ganz ähnlichen Fall befasst – gibt es einen Zusammenhang?
Wien. Was ins Auge springt: Beide Verbrechen wurde durch Zufall und in so kurzer Zeit in ganz ähnlicher Umgebung entdeckt: Mitte Februar stießen Drogenfahnder des Wiener Landeskriminalamts bei der Durchsuchung einer Indoor-Hanfplantage in der Sautergasse in Ottakring auf einen stark verweste Körper – der in der Badewanne einer Altbauwohnung lag und der offenbar zu Todes gefoltert worden war.
Wie oe24 erfuhr, soll dem Opfer (noch zu Lebzeiten an einen Stuhl gefesselt) Penis und Hoden, einige Finger (aber nicht alle) und einige Zehen (aber nicht alle) abgehackt oder abgeschnitten worden sein. Bei der Suche nach der Identität des überaus bedauernswertes Mannes sollen alle Spuren auf den Balkan und zu dort rivalisierenden Drogenbanden führen – Details oder Ermittlungsstand wollte die Staatsanwaltschaft trotz mehrmaliger Anfragen keine preisgeben.
Nur soviel gab es offiziell: Die Polizei bestätigte mehrere Stiche in den Oberkörper. Und dass die Ermittler einen Zusammenhang mit der organisierten Kriminalität für möglich halten. Wie lange die Leiche schon in der Wohnung neben der Marihuana-Aufzuchtanlage lag, ist unklar. Es können Monate gewesen.
Körper und Kopf in separaten Plastiksäcken vergraben
Letzteres gilt auch für den angeblich sehr jungen Mann, der vergangenen Freitag ebenfalls in fortgeschrittenem verwestem Zustand in einem Keller eines Zinshauses in der Bräuhausgasse in Margareten von Umbauarbeitern entdeckt wurde. Auch hier könnte es Monate oder schon mehr als ein Jahr her sein, als der oder die Killer ihr Opfer töteten und enthaupteten – die Reihenfolge ist unklar, Körper und Kopf lagen in separaten schwarzen Plastiksäcken in der Erde bzw. unter Schutt vergraben.
Fest steht: Auch dieser Mann wurde mit einem Messer regelrecht hingerichtet. Die Leiche soll nicht nur Stich- und Schnittverletzungen an Armen und Händen aus einem möglichen Abwehrkampf aufgewiesen haben – der ganze (Ober-.)Körper soll damit übersät gewesen sein. Wurde auch der noch unbekannte Mann zu Tode gefoltert? Warum wurde er gerade in diesem Haus abgelegt? Gab es auch hier davor Ermittlungen wegen Drogen und Indoor-Plantage? Führen die Spuren auch hier nach Ex-Jugoslawien? Wie viele Opfer gibt es noch? Fragen, die nicht nur die Ermittler beschäftigen, sondern auch die Öffentlichkeit brennend interessieren.


