Die Wiener Börse feierte mit steigenden Aktienumsätzen, einer Rekordzahl an neuen Anleihen-Listings und dem ATX Total Return auf neuem Allzeithoch ein positives erstes Quartal.
Mit der Steyr Motors AG, einem oberösterreichischen Entwickler und Produzenten von Hochleistungsmotoren, gab es im Februar das erste Listing im direct market plus für KMU in diesem Jahr. Der Kurs vervierfachte sich in kurzer Zeit.
Nach oben zeigt zudem der Wertpapierbesitz in Österreich, wie die aktuelle Aktienbarometer-Umfrage verdeutlicht.
„Erstmaliges Durchbrechen der 10.000 Punkte-Marke“
„Das deutsche Konjunktur-Paket und die Hoffnung auf ein Ende des Krieges gaben den hiesigen Aktienmärkten im ersten Quartal Aufwind. Der österreichische Leitindex inklusive Dividenden hat mit dem erstmaligen Durchbrechen der 10.000 Punkte-Marke ein neues Kapitel aufgeschlagen. Mit Blick auf die im internationalen Vergleich immer noch sehr moderate Bewertung, hat der österreichische Aktienmarkt weiterhin Aufwärtspotenzial“, meint Christoph Boschan, CEO der Wiener Börse AG.
Aktienumsätze legen verglichen zum Vorjahr deutlich zu
Die Umsätze aus Beteiligungswerten beliefen sich im ersten Quartal 2025 auf 18,5 Mrd. EUR. Das entspricht einem Plus von rund 30 % gegenüber dem ersten Quartal 2024 (14,3 Mrd. EUR).
Die drei stärksten Handelstage im ersten Jahresviertel waren der
- 21. März (1,08 Mrd. EUR),
- 28. Februar (897,0 Mio. EUR) und
- 5. März (510,3 Mio. EUR).
Die meistgehandelten österreichischen Aktien waren zum März-Ultimo
- Erste Group Bank AG (4,4 Mrd. EUR),
- OMV AG (3,0 Mrd. EUR) und
- BAWAG Group AG (1,7 Mrd. EUR).
Zuletzt wurde das internationale Segment global market um 38 Aktien aus vier Ländern erweitert – diese können zu Inlandsgebühren, in Euro und zu den Handelszeiten der Wiener Börse gehandelt werden.
Aktienbarometer 2025: Wertpapierbesitz in Österreich steigt signifikant
Dass auch die österreichische Bevölkerung verstärkt auf Aktien und Co. setzt, zeigen die Umfrageergebnisse des Aktienbarometers 2025 – einer Studie von Industriellenvereinigung, Aktienforum und der Wiener Börse zum Anlageverhalten in Österreich. Fast ein Drittel der in Österreich wohnhaften Personen (30 %, 2,3 Millionen Menschen) hält Wertpapiere (2022: 25 %, + 5 Prozentpunkte), 18 % der Bevölkerung – das entspricht 1,4 Millionen Menschen – ohne Wertpapierbesitz haben Interesse daran, in solche zu investieren.
Bei den Veranlagungs-Motiven rückt die Pensionsvorsorge verstärkt in den Vordergrund. War es 2023 noch für 49 % der befragten Personen einer der Veranlagungsgründe, stieg dieser Wert binnen eines Jahres auf 57 % an.
„Diese Entwicklung ist kein Zufallsprodukt. Die Menschen in Österreich spüren den Druck, der auf dem Pensionssystem lastet, und ergreifen Eigeninitiative bei ihrer Altersvorsorge“, sagt Christoph Boschan. „Auch aus Fiskalsicht wäre es sinnvoll, sich die Aktienrenditen zunutze zu machen, um das bislang ausschließlich mit Schulden und Umlagen finanzierte Pensionssystem langfristig zu entlasten. Der Kapitalmarkt kann die sozialen Sicherungssysteme sinnvoll ergänzen und eine tragende Rolle beim Schließen der Finanzierungslücken spielen – wie international lang erprobte Systeme anderer Länder zeigen.“
ATX inklusive Dividenden: Darum erstmals über 10.000 Punkte
Der ATX Total Return – welcher als Performanceindex wie der DAX die Dividenden berücksichtigt – bewegt sich derzeit auf Rekordniveau und schloss am 6. März 2025 erstmals in seiner Berechnungsgeschichte über der Marke von 10.000 Punkten.
Mit einer Jahresperformance von 12,05 % (9.565,62 Punkte per 31. März 2025) weist der österreichische Leitindex inklusive Dividenden eine im internationalen Vergleich starke Entwicklung auf (ATX ohne Dividenden: 11,28 %; 4.076,36 Punkte): DAX 11,32 %, Euro Stoxx 50 7,79 %, MSCI World – 2,43 %. Gemessen am Kursgewinn waren STRABAG SE (67,34 %), PORR AG (47,97 %) und Palfinger AG (42,53 %) per Ende März die Top-Performer im ATX Prime. Die Marktkapitalisierung aller in Wien notierten heimischen Unternehmen belief sich zu diesem Zeitpunkt auf rund 141 Mrd. EUR.
Anleihen-Listings: Nahtlos an Rekordjahr angeknüpft
Die Aktivität bei neuen Anleihen-Listings bleibt an der Wiener Börse hoch. Nach einem Rekordjahr an neu gelisteten Schuldverschreibungen (2024: 13.443) setzt sich der Trend zu Jahresbeginn fort: Mit 6.094 neuen Listings verzeichnete die Wiener Börse so viele wie noch nie zuvor im ersten Quartal eines Jahres.
Darunter etwa eine Wandelanleihe des asiatischen Sportbekleidungsherstellers Xtep International (Emissionsvolumen: 500 Mio. HKD), Flottenfinanzierungen zweier weltweit führender Autovermietungsunternehmen Hertz und Europcar sowie Tier 2 Nachhaltigkeitsanleihen der Vienna Insurance Group AG mit einem Gesamtnennbetrag von 300 Mio. EUR. Insgesamt werden derzeit über 1.100 Anleihe-Emittenten aus 42 Ländern betreut, die Wiener Börse zählt weiterhin zu den aktivsten Anleihen-Listingplätzen in Europa.