Fast jeder hatte als Kind ein geliebtes Kuscheltier – doch im Erwachsenenalter verschwinden die flauschigen Begleiter meist aus dem Schlafzimmer. Dabei gibt es gute Gründe, ihnen einen Platz im Bett zu lassen, denn sie bieten überraschende Vorteile für unsere Gesundheit.
Das Thema Kuscheltiere für Erwachsene ist oft mit einem gesellschaftlichen Stigma behaftet. Viele Menschen fürchten sich davor, als „kindisch“ oder „unreif“ abgestempelt zu werden, wenn sie offen zugeben, dass sie ein Stofftier besitzen oder damit schlafen. Doch Experten sind sich einig: Es gibt absolut keinen Grund, sich dafür zu schämen. Im Gegenteil, es gibt sogar eine Menge positiver Aspekte.
Viele Erwachsene haben Kuscheltiere
Viele Menschen denken, dass Kuscheltiere ausschließlich für Kinder sind – doch die Realität sieht anders aus. Studien zeigen, dass zwischen 10 und 40 % der Erwachsenen weiterhin Kuscheltiere besitzen und sie nicht nur als Erinnerungsstücke aufbewahren, sondern aktiv nutzen. In einer Umfrage gaben 52 % der Befragten an, regelmäßig mit einem Kuscheltier oder einem anderen „Trost-Objekt“ zu schlafen. Noch überraschender: 77 % dieser Gruppe haben diese Gewohnheit seit ihrer Kindheit nie aufgegeben. Diese Zahlen zeigen deutlich, dass Kuscheltiere im Erwachsenenalter keineswegs eine Ausnahme, sondern vielmehr eine stille Normalität sind.
Warum wir als Erwachsene Kuscheltiere brauchen
Kuscheltiere sind sogenannte „Übergangsobjekte“, die in der Kindheit helfen, emotionale Sicherheit zu entwickeln. Doch dieser Effekt bleibt auch im Erwachsenenalter bestehen. Laut der Therapeutin Dr. Jessica Lamar übernehmen Kuscheltiere bei vielen Erwachsenen die Funktion eines beruhigenden Begleiters – ähnlich wie Haustiere, Meditation oder Atemtechniken. Sie vermitteln Geborgenheit und helfen dabei, den Stress des Tages loszulassen.
Ein weiterer Grund: Kuscheltiere sind eine Form von Selbstfürsorge. In einer Welt, die oft hektisch und anspruchsvoll ist, suchen wir nach Wegen, uns selbst zu beruhigen und zu trösten. Für manche ist das ein heißes Bad oder eine Tasse Tee – für andere das vertraute Gefühl eines weichen Plüschtiers in den Armen. Auch Traumata können so verarbeitet werden. Es kann sehr hilfreich sein, wenn die Menschen einem Stoffbären den Trost, die Verbundenheit und das Mitgefühl geben, das sie als Kind vielleicht nicht genug bekommen haben.
Besser schlafen mit einem Kuscheltier
Laut Dr. Lamar kann ein Kuscheltier eine Brücke zu schönen Erinnerungen, geliebten Menschen und einem Gefühl der Geborgenheit sein. Nostalgie spielt dabei eine wichtige Rolle: Das Kuscheltier erinnert an vertraute Zeiten, an Familie oder Freunde, die vielleicht weit entfernt sind, und vermittelt emotionale Wärme.
Ein guter Schlaf ist eng mit einem Gefühl der Sicherheit verbunden. Wenn wir uns verletzlich fühlen, suchen wir instinktiv nach Körperkontakt – sei es mit einer anderen Person oder mit einem vertrauten Objekt. Während viele Menschen durch das Schlafen neben einem Partner ein erhöhtes Sicherheitsgefühl empfinden, kann ein Kuscheltier eine ebenso tröstende Alternative sein. Besonders gewichtete Stofftiere, die sanften Druck auf den Körper ausüben, verstärken diesen beruhigenden Effekt zusätzlich.
Darüber hinaus kann ein Kuscheltier als eine Art „Schlafsignal“ für das Gehirn dienen. Ähnlich wie ein festes Abendritual oder eine Lieblingsdecke kann der Anblick, der Geruch und das Gefühl des Stofftiers dem Körper signalisieren, dass es Zeit ist, sich zu entspannen und zur Ruhe zu kommen – was letztendlich zu einem tieferen und erholsameren Schlaf beiträgt.