Handtücher und Bademäntel von Vossen aus Jennersdorf sind seit 100 Jahren unsere flauschigen Begleiter, die nachhaltig produziert werden.
Am Anfang stand die Vision von Unternehmensgründer Burghardt Vossen, die damals noch luxuriösen Handtücher zu einem leistbaren Produkt für alle Menschen zu machen. Gegründet am 6. Mai 1925. Vossen wurde in Gütersloh in Deutschland als kleine Weberei gegründet. Burghardt Vossen formte sie zu einem Weltkonzern und machte sie in Europa zum Marktführer für Frottierwaren.
Ein Hauch Luxus aus Frottier – wie Vossen Geschichte schrieb
Meilenstein. Im Jahr 1951 setzte Burghardt Vossen ein echtes Statement in der Welt des Wohlfühlens – und meldete den allerersten Haus- und Bademantel aus Frottier zum Patent an. Eine bahnbrechende Idee, die den Grundstein für eine unglaubliche Erfolgsgeschichte legte.
In den goldenen Jahren arbeiteten sage und schreibe 3.500 Menschen für die Marke, die längst zum Inbegriff von Qualität und Komfort wurde. Vossen expandierte in rasantem Tempo. In den
90er-Jahren stockte die Erfolgsgeschichte, die Konkurrenz in Sachen Handtücher war zu groß – und 1996 mussten alle Standorte bis auf einen geschlossen werden. Das Herzstück des Unternehmens schlägt bis heute im idyllischen Jennersdorf in Österreich. Seit 1961 wird hier produziert, getüftelt und Neues entwickelt.
Nachhaltigkeit ist kein Ziel,
sondern ein Weg
Vossen verarbeitet jährlich 1.400 Tonnen Baumwolle zu 5,3 Millionen Produkten – und das nachhaltig, schadstoffgeprüft sowie sozial fair. Unter dem Motto We Care bündelt Vossen seine nachhaltigen Maßnahmen und setzt auf Ökostrom und Recycling. Besonders stolz ist man auf den überdurchschnittlich geringen Carbon Footprint und die Innovationen wie das weltweit erste vegan zertifizierte Handtuch.
Marco Talasz & Michael Unger über Standort, Innovationen & Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit ist die DNA des Unternehmens. Es setzt damit neue Maßstäbe in der Textilbranche.
Insider: Vossen blickt auf eine 100-jährige Erfolgsgeschichte zurück. Was waren die wichtigsten Meilensteine, und wohin geht die Reise?
Michael Unger: Der Beginn war eine Geschäftsidee, die es noch nicht gab. Denn in der damaligen Zeit waren Frottierwaren ein echtes Luxusgut. Heute würde man sagen, Burghardt Vossen hat 1925 ein Start-up gegründet, dessen Erfolg die Erfindung des Bademantels in den 50er-Jahren war. Ein weiterer Meilenstein war 2019 die Innovation der weltweit ersten vegan zertifizierten Handtuch-Kollektion.
Marco Talasz: Nach erfolgreichen Jahrzehnten erfolgte 1996 der Konkurs, aber gleichzeitig fiel auch die Entscheidung, dass Vossen in Jennersdorf (den Standort gibt es seit 1961) als einziger mit kurzfristiger Beteiligung vom Land Burgenland gerettet wird. Heute ist die Produktionsstätte – nach Lenzing – die größte in der Region und Arbeitgeber für 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Insider: Inwieweit beeinflussen steigende Rohstoffpreise und Energiekosten Ihre Produktionsprozesse und wirtschaftliche Planung?
Talasz: Zur Erzeugung von Textilien benötigt man viel Wärmeenergie. Wenn sich da kurzfristig der Gaspreis verdreifacht, hat dies einen immensen Einfluss auf die Rentabilität des Unternehmens. Ein Viertel unserer Kosten fließt in Gas und Strom. Aber auch die steigenden Lohnkosten und damit auch die Lohnnebenkosten sind ein Dauerthema für uns. Daher ist unser oberstes Gebot, auf Effizienz zu achten; das beginnt bei simplen Isolierungen und geht bis zu komplexen technischen Lösungen.
Insider: Wie sehen Sie die Zukunft der Textilindustrie in Österreich und Europa angesichts des zunehmenden Wettbewerbs aus Asien?
Unger: Es ist vieles im Umbruch, aber wer innovativ bleibt, die Herausforderungen annimmt und sich auf neue Gegebenheiten einlässt, kann sogar neue Trends setzen und sich prächtig entwickeln. Dazu zähle ich auch Vossen. Man muss nur über den Tellerrand schauen und ein bisschen experimentieren. Wir haben letztes Jahr mit MyMoments hochwertige Accessoires in Frottier fürs Badezimmer auf den Markt gebracht, die uns neue Vertriebskanäle im Beauty-Segment eröffneten. Das neue Beauty Bag enthält ein Spa Stirnband, zwei Haargummis (Scrunchies) und sieben Reinigungspads. Letztere sind auch extrem nachhaltig. Damit ist Vossen jetzt auch im Drogeriemarkt vertreten und erreicht damit neue Zielgruppen wie beispielsweise Schüler – die Scrunchies kommen bei jungen Leuten besonders gut an –, die künftigen Handtuchkunden.
Insider: Nachhaltigkeit wird immer wichtiger. Welche Maßnahmen setzt Vossen, um umweltfreundlicher zu produzieren und Ressourcen zu schonen?
Unger: Wir produzieren in einem Naturpark, direkt neben einem Fluss. So wird das für die Produktion benötigte Wasser der Raab entnommen und nach Beendigung des Färbeprozesses wieder so sauber aufbereitet, dass es direkt ins kommunale Abwasser zurückgeleitet werden kann.
Insider: Welche Strategien verfolgen Sie, um Fachkräfte zu gewinnen und langfristig an Ihr Unternehmen zu binden?Talasz: Als Arbeitgeber muss man immer den Menschen sehen, um attraktiv zu bleiben. Wir bilden Lehrlinge in neun Lehrberufen aus, um Fachkräfte von morgen zu bekommen. Wir unterscheiden uns da von anderen Unternehmen mit traditionellen Lehrlingsberufen wie Einzelhandelskaufmann, Logistiker, Bürokaufmann. Bei uns gibt es auch exotischere wie E-Commerce-Lehrlinge, Textiltechniker, Textilchemiker oder Betriebselektriker.