Mit reichlich Zuversicht und einer großen Portion Selbstvertrauen greifen die ÖSV-Adler am Wochenende in die Nordische Ski-WM ein. Am Sonntag (17.00 Uhr/ORF 1) hoffen Stefan Kraft, Daniel Tschofenig und Jan Hörl auf der Normalschanze in Trondheim direkt auf Medaillen.
“Die Jungs sind gut drauf, wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Es ist alles angerichtet, dass wir eine gute WM springen”, sagte ÖSV-Cheftrainer Andreas Widhölzl vor dem Auftakt am Sonntag (ab 17 Uhr, im Sport24-Liveticker).
In Norwegen geht es für die ÖSV-Adler, die in der laufenden Saison im Einzel bereits 40 Mal am Podest standen, auf der Kleinschanze mit einer Hillsize von 102 Metern los. “Jan hat Pfeffer in den Haxn, Tschofe einen super Absprung. Krafti hat immer Medaillen gemacht auf der Kleinen. Alles ist möglich, sie sind gut drauf”, betonte Widhölzl. Allerdings wird im Weltcup nicht mehr von der Normalschanze gesprungen, die WM bleibt eine Ausnahme.
Tschofenig mit komfortabler Ausgangsposition
Tschofenig reiste am Mittwoch als neunfacher Saisonsieger und Träger des Gelben Trikots an. “Es ist eine ganz andere Sache als in den letzten Jahren. Da musste ich immer mit 105 Prozent springen, damit ich in die Medaillen kommen kann”, sagte der Kärntner im APA-Gespräch. “Heuer kann ich mit normalen Sprüngen schon vorne mitkämpfen, mit richtig guten Sprüngen springe ich fast sicher um den Sieg mit. Das ist schon eine sehr komfortable Ausgangssituation.”
Hörl feierte im WM-Winter zwei Weltcupsiege und wurde neunmal Zweiter. “Ich bin hungrig und möchte auch ganz oben stehen. Das wäre ein ganz guter Zeitpunkt”, sagte der Salzburger, der im Vorjahr in Trondheim auf der Normalschanze Dritter geworden war. “Es gibt mir schon ein gutes Gefühl und zeigt mir, dass ich die Schanze gut kann. Und ich bin heuer noch einmal um das Alzerl besser in Form.” Der dreifache Einzelweltmeister Kraft hofft nach seinen Tournee-Tagessiegen in Oberstdorf und Innsbruck wieder auf ein Stockerl und damit seine 14. WM-Medaille. “Wir müssen unsere Leistung zeigen und dann wird auch die ein oder andere Medaille drin sein”, sagte der Salzburger.
Kobayashi und Norweger als größte Gegner
Größter Konkurrent um eine Medaille ist der japanische Normalschanzen-Olympiasieger Ryoyu Kobayashi, der unmittelbar vor dem Saisonhöhepunkt in Sapporo zweimal triumphierte und auch bei der Trondheim-Generalprobe im Vorjahr auf der Kleinschanze ganz oben stand. Die norwegischen Lokalmatadoren Johann André Forfang und Marius Lindvik sowie der Slowene Anze Lanisek haben ebenfalls Chancen, sich Edelmetall umzuhängen.
Da die Wettervorhersage für Sonntag mit Regenschauern und Windstärken von etwa 65 km/h etwas turbulentere Verhältnisse prognostiziert, könnten die Karten freilich neu gemischt werden. “Es wird sicher windiger werden und es kann so schnell vorbei sein” warnte Tschofenig. Deswegen wolle er sich gar nicht auf eine Medaille fokussieren. Kraft freute sich unterdessen auf das Unwetter: “Ich find es sogar cool, das nehme ich gerne. Wir haben es immer gefürchtet, aber letztes Jahr waren wir sehr schnell und gut bei Regen.”
Erinnerungen an Bergisel
Aufgrund des speziellen Auslaufs erinnert die Anlage im Granåsen Skisenter ein wenig an Innsbruck. Vor ausverkaufter Kulisse wollen die ÖSV-Adler im norwegischen Hexenkessel jedenfalls an die jüngsten Erfolge bei der Vierschanzentournee am Bergisel anschließen, wo Kraft, Hörl und Tschofenig einen Dreifachsieg feierten. “Es hat echt ein bissl was vom Bergisel mit dem Kessel. Wir haben es dort schon sehr genossen und hoffentlich können wir es hier wieder”, sagte Tschofenig. Um den vierten ÖSV-Startplatz springen Michael Hayböck und Maximilian Ortner in den Trainings.