Bisherige Analysen deuten auf einen Zusammenhang mit den im Vorjahr detonierten Sprengsätzen in Leibnitz hin.
Steiermark. Nach dem Fund eines Sprengsatzes bei den Zeugen Jehovas in Kalsdorf bei Graz am Freitag (29. März), ermitteln Polizei und Staatsschutz weiterhin auf Hochtouren. Ermittler sind ersten Hinweisen auf der Spur. Bisherige Analysen deuten mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einen Zusammenhang mit den im Vorjahr detonierten Sprengsätzen in Leibnitz hin. Das hätten erste Analysen und Spurenauswertungen ergeben, gibt die Polizei bekannt.
Sprengsätze bei Zeugen Jehovas: Erste Hinweise
Um Ermittlungen nicht zu gefährden, veröffentliche man aber keine weiteren Details zu Art und Bauweise der Sprengsätze, heißt es weiter. Das Landesamt für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung (LSE) Steiermark ermittelt weiter intensiv zu den Hintergründen dieser Straftaten. Dabei wird auch ersten Hinweisen bereits nachgegangen. Neben Befragungen und Vernehmungen sind nach wie vor Auswertungen und Analysen von sichergestellten Spuren im Gange. Bis wann mit weiteren Ergebnissen gerechnet werden kann, steht derzeit nicht fest. Die Polizei rät generell weiterhin zu erhöhter Aufmerksamkeit und ersucht, verdächtige Wahrnehmungen und Hinweise sofort über Notruf (133) zu melden.
Großeinsatz vor einer Woche
Mitglieder der Glaubensgemeinschaft selbst hatten das „verdächtige Paket“ am vergangenen Karfreitag gegen 20.30 Uhr im Eingangsbereich des Königreichssaals in Kalsdorf südlich von Graz aufgefunden und die Polizei alarmiert. Zahlreiche Einsatzkräfte bis hin zu Sprengstoffexperten (SKO) und dem Entschärfungsdienst (ESD) des EKO Cobra/DSE standen in der Folge die ganze Nacht hinweg im Einsatz, um das Paket unter anderem mit Hilfe von Robotern und einem sogenannten Sprengunterdrückungssystem (Lkw) zu sichern. Schon am Tag darauf, hatte sich die Ernsthaftigkeit dieses Sprengsatzes bestätigt. Bereits rund sieben Monate zuvor (18. August 2023) hatte ein Unbekannter im gut 20 Kilometer entfernten Leibnitz zwei später detonierte Sprengsätze an geparkten Fahrzeugen von Mitgliedern der Glaubensgemeinschaft angebracht. Verletzt wurde in beiden Fällen niemand.


