Nachtslalom am Semmering: Mikaela Shiffrin auf Rekordkurs

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Wiedergutmachung, Teil drei: Das Weltcup-Triple am Semmering sollte den österreichischen Technikerinnen zum Schritt aus der Talsohle verhelfen. Nachdem das Unterfangen im ersten Riesenslalom überhaupt nicht gelungen ist (Beste war Katharina Liensberger auf Platz 13) und im zweiten mit Ausnahme von Ricarda Haaser (Achte) ebenfalls nicht, sollte es am Donnerstag nun der Nachtslalom richten.

Im ersten Lauf am Nachmittag schien den Athletinnen noch die Sonne, freilich nicht auf dem schattigen Hang am Hirschenkogel, der bislang sechs Siege von Mikaela Shiffrin gebracht hatte – zwei davon in den Riesenslaloms in dieser Woche.

Die Amerikanerin stand vor ihrem 50. Weltcupsieg im Slalom, eine Zahl, die noch kein Mensch erreicht hat, und vor dem 80. insgesamt. Das haben immerhin schon ihre US-Landsfrau Lindsey Vonn (insgesamt 82) und der Schwede Ingemar Stenmark (86) geschafft.

SKI-WELTCUP AM SEMMERING - SLALOM DER FRAUEN: KATHARINA LIENSBERGER (AUT)

Reine Kopfsache

„In den Trainingsläufen fährt sie wirklich gut, aber den Ausfall im zweiten Slalom-Lauf von Killington hat sie nach wie vor irgendwie im Kopf“, sagte Livio Magoni, der Trainer von Katharina Liensberger, der bereits Tina Maze und Petra Vlhova an die Weltspitze geführt hatte. Was der Italiener damit meinte, zeigte die Vorarlbergerin am fünften Tor des ersten Laufs: ausgerutscht, zurückgestiegen, 5,48 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit von Mikaela Shiffrin, Qualifikation für den zweiten Lauf in weiter Ferne.

„Mich hat’s hinten reingedrückt, und dann war es halt ganz schnell vorbei“, sagte Liensberger. „Momentan läuft es nicht leicht von der Hand, es ist richtig schwierig. Es ist eine Herausforderung, die ich jetzt einfach annehmen muss. Und ich hoffe, dass es mich stärker macht.“ Will man das Positive mitnehmen, wie es die Slalom-Weltmeisterin zu tun pflegt: Im zweiten Sektor war sie die Viertschnellste, im dritten die Zweitschnellste, im vierten die Sechstschnellste. Doch drei Teile ergeben noch kein komplettes Puzzle.

Eine andere Herangehensweise wählte Katharina Truppe, die am Mittwoch ihren sechsten Zwischenrang durch den Ausfall im zweiten Riesenslalom-Lauf entwertet hatte: Die verunsicherte Kärntnerin übte sich in Zurückhaltung, kam aber immerhin ohne Probleme und mit 1,59 Sekunden Rückstand auf Shiffrin ins Ziel, das ergab Halbzeitrang neun. Es war okay, würde ich sagen. Oben habe ich schwer in den Lauf gefunden, der Mittelteil war in Ordnung, aber der Zielhang war dann auch nicht ganz ideal.“

Katharina Huber handelte sich 3,09 Sekunden Rückstand ein, Franziska Gritsch 3,23. Und Chiara Mair fügte ihrer Kombination aus den Langzeitfolgen einer Gehirnerschütterung und allgemeiner Verunsicherung einen weiteren Ausfall hinzu.

ALPINE-SKIING-WORLD-AUT-WOMEN-SLALOM-1ST RUN

Zufriedene Nummer 1

„Das war ein sehr, sehr guter Lauf“, sagte Mikaela Shiffrin nach getaner Arbeit, die ihr 0,72 Sekunden Vorsprung auf die Schwedin Anna Swenn Larsson und 0,79 auf ihre Teamkollegin Paula Moltzan bescherte. Der 27-Jährigen ist aber auch klar: „Im zweiten Lauf wird es schwierig werden, weil die Piste unruhiger sein wird.“

Ob Mikaela Shiffrin Recht behält und ob ihr das zweite Semmering-Triple nach 2016 gelingt („Das ist lange her“), ist ab 18.30 Uhr live in ORF1 zu verfolgen.

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