Ganze 207 Tage bleiben den ÖSV-Verantwortlichen, um den verfahrenen Ski-Kahn für die Olympia-Saison 2025/26 flott zu bekommen. Bereits am 25./26. Oktober startet die alpine Saison mit dem Weltcup-Opening in Sölden (RTL Damen & Herren) und allen ist bewusst: Mit Durchhalteparolen, die auf den Saisonhöhepunkt Olympia verweisen (am 6. Februar 2026 starten die Spiele in Mailand und Cortina), wird es diesmal nicht getan sein.

Die Zwischenrufe von Langzeit-Präsident Peter Schröcksnadel, wonach wir die überraschenden Erfolge bei der Heim-WM in Saalbach nicht zuletzt dem Training auf den Heimstrecken zu verdanken hätten, wurden größtenteils ignoriert, haben aber etwas für sich.

Schlecht wie vor 40 Jahren

Zahlen zeigen: Schlecht wie vor 40 Jahren Die Negativwerte im Weltcup müssen erst einmal analysiert werden. Gemessen an Siegen feierte Österreich mit fünf so wenige wie seit 1986/87 (zwei) nicht mehr, mit 23 Podestplätzen segelt unser stolzer Skiverband auf einem 40-Jahre-Tief. 1984/85 haben Österreichs Skifahrer nur 21 Podestplätze verbucht. Seither stets -und meist deutlich -mehr. Eine Rekordsaison wie 1999/2000, in der es 107 Podestplätze bei 40(!) Einzelsiegen waren, wird es vielleicht nie wieder geben. Allerdings: Noch vor drei Jahren standen ÖSV-Alpine (ohne den bereits zurückgetretenen Marcel Hirscher) 43 Mal und damit fast doppelt so oft am Stockerl wie jetzt. Zum bereits vierten Mal in den letzten sechs Jahren ging sich keine Disziplinen-Kugel aus. Im Nationencup fehlen 3.364 Punkte auf die dominierende Schweiz.

Unsere Ski-Herren schrammten dank des Sieges von Lukas Feurstein im letzten Saison-Super-G noch an der totalen Blamage vorbei. Im Gesamtweltcup schaffte es erstmals keiner in die Top 10.

Maier-Intimus soll für Turnaround sorgen

Vincent Kriechmayr als Zwölfter ist unser Bester. „Das ist nicht der Anspruch“, gestand Herren-Chef Marko Pfeifer. Trotzdem sei die Mannschaft intakt, auch wenn es 2024/25 kein Österreicher auf ein Abfahrts-Podest schaffte. Pfeifer:“Wir sind immer in Schlagdistanz, es fehlen jetzt nicht die Welten.“ Trotzdem mache er sich „schon sehr große Gedanken“.

Die Verpflichtung von Hermann-Maier-Intimus Andreas Evers als Speed-Chef war der erste Schritt. Weitere Umbesetzungen sind nicht ausgeschlossen. Noch rauchen die Köpfe der ÖSV-Chefs bei diversen Analysesitzungen. Bis April will man Nägel mit Köpfen machen. Die Vorbereitung auf die Olympiasaison startet bereits Anfang Mai.

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