Die Aktionäre von ProSiebenSat.1 müssen beim Übernahmeangebot der Berlusconi-Holding MFE mit einem Preis unter dem gegenwärtigen Börsenkurs rechnen. Nach Angaben der deutschen Finanzaufsicht BaFin liegt der gewichtete Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate – und damit der gesetzliche Mindestpreis – bei 5,74 Euro, teilte MFE-MediaForEurope am Mittwoch mit.
Die ProSieben-Aktionäre sollen daher 4,47 Euro je Aktie in bar und 0,4 neue MFE-A-Aktien erhalten, was einem rechnerischen Wert von weiteren 1,27 Euro entspricht. Die Italiener hatten bereits angekündigt, nur den Mindestpreis zu bieten und rund 20 Prozent davon in eigenen Aktien zu bezahlen. Die ProSieben-Aktie lag am Mittwoch im späten Handel bei 5,81 Euro, bei der Ankündigung vor einer Woche notierte sie noch bei mehr als 6,50 Euro.
Der MFE geht es mit ihrem Gebot nicht um eine Komplettübernahme des bayerischen Fernsehkonzerns, sondern um die Möglichkeit, ihre Beteiligung von knapp 30 Prozent günstig weiter aufzustocken und den Einfluss auf ProSiebenSat.1 auszubauen. Den Italienern schwebt am Ende ein paneuropäischer Unterhaltungskonzern vor. Das Angebot kostet MFE maximal 930 Millionen Euro.