Wagner-Chef: Bachmut “praktisch” eingekesselt

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Die seit Monaten umkämpfte ukrainische Stadt Bachmut sei von den russischen Streitkräften “praktisch umzingelt”. Das sagte der Chef der russischen Söldnertruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, in einem am Freitag veröffentlichten Video. Die ukrainischen Streitkräfte hätten nur eine Straße nach draußen. Prigoschin forderte den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskij auf, seine Truppen aus der Stadt zurückzuziehen, die Wagner seit Monaten zu erobern versucht.

Das ukrainische Militär teilte zuvor mit, erneut zahlreiche russische Angriffe im Gebiet um Bachmut im Osten des Landes abgewehrt zu haben. In den vergangenen 24 Stunden seien mehr als 85 Angriffe in den fünf Hauptsektoren an der dortigen Front zurückgeschlagen worden, teilte der Generalstab des ukrainischen Militärs am Freitag in der Früh mit.

In den Regionen Saporischschja und Cherson weiter im Süden hätten in den vergangenen 24 Stunden mehr als 45 Ortschaften unter russischem Beschuss gelegen. Russland greife weiterhin aus der Luft die Zivilbevölkerung in den Regionen Donezk, Saporischschja und Cherson an. Russland hat wiederholt bestritten, auf Zivilisten zu zielen.

Die ukrainische Führung hat erklärt, Bachmut in der Region Donezk habe begrenzten strategischen Wert, sie will den russischen Vormarsch aber verhindern. Russland dagegen erhofft sich von einer Einnahme Bachmuts einen wichtigen Schritt hin zur Eroberung des Rests des umliegenden Industriegebiets Donbass, das aus den Regionen Donezk und Luhansk besteht.

Saporischschja: Weitere Tote nach Raketenangriff gefunden

Nach einem russischen Raketentreffer auf ein Wohnhaus in der südukrainischen Stadt Saporischschja sind bis Freitagmorgen zwei weitere Tote geborgen worden. Das teilte der ukrainische Zivilschutz mit. Damit stieg die Zahl der Toten nach dem Angriff vom Donnerstag auf mindestens vier.

Acht Menschen in dem mehrstöckigen Gebäude wurden verletzt. Weiterhin wurden mehrere Bewohner vermisst. Präsident Wolodymyr Selenskij kündigte in seiner abendlichen Videoansprache vom Donnerstag Vergeltung an.

Im Gebiet Donezk wurden nach Angaben örtlicher Behörden vom Freitagmorgen zwei Zivilisten durch russischen Beschuss getötet. Zur militärischen Lage teilte der ukrainische Generalstab mit, es gebe weiter schwere Gefechte besonders im Donbass im Osten des Landes.

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