Mehr als 1.000 Mitglieder der Hisbollah-Miliz im Libanon sind nach Angaben aus Sicherheitskreisen durch die Explosion ihrer Pager schwer verletzt worden.
Die von ihnen zur Kommunikation benutzten Geräte detonierten, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag aus den Kreisen erfuhr. Auch der iranische Botschafter im Libanon, Mojtaba Amani, sei verletzt worden, meldete die Nachrichtenagentur Mehr. Todesopfer gab es laut Berichten nicht.
Ein Hisbollah-Vertreter, der anonym bleiben wollte, sprach vom „größten Sicherheitsdebakel“ in ihrem seit fast einem Jahr währenden Krieg mit Israel. Eine andere Quelle aus dem Hisbollah-Umfeld sagte, die Vorfälle seien die Folge eines Eindringens Israels in das Kommunikationssystem der Miliz. In einem Bericht der libanesischen Nachrichtenagentur ANI war von einem „beispiellosen feindlichen Sicherheitsvorfall“ die Rede. Drei Mitarbeiter aus Sicherheitskreisen sagen Reuters, bei den Pagern habe es sich um neueste Modelle gehandelt, die die Hisbollah in den vergangenen Monaten eingeführt habe. Pager sind früher verbreitete kleine Kommunikationsgeräte, mit denen kurze Botschaften empfangen werden können.
Augenzeugen berichteten von Panik in den Straßen Beiruts. Zahlreiche Krankenwagen waren im Einsatz. Das libanesische Gesundheitsministerium rief alle Krankenhäuser zu höchster Alarmbereitschaft auf. Die Spitäler baten um Blutspenden.
Vom israelischen Militär gab es zunächst keinen Kommentar. Ein Sicherheitsvertreter sagte, dass es auch im Süden des Libanon zu Explosionen gekommen sei.
Die Hisbollah unterstützt die ebenfalls radikal-islamische Hamas im Gazastreifen. Seit Ausbruch des Gazakrieges beschießen sich fast jeden Tag israelisches Militär und Hisbollah-Kämpfer entlang der israelisch-libanesischen Grenze. Tausende Menschen haben deswegen das Grenzgebiet verlassen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat angekündigt, ein neues Ziel des Krieges sei es, die Voraussetzungen für eine Rückkehr der Grenzbewohner zu schaffen.


