Drei Kundgebungen gegen Veranstaltung sollten laut Polizei ruhig verlaufen – Hunderte Beamte inklusive Spezialeinheiten und Spürhunde im Einsatz
Hunderte Polizistinnen und Polizisten sorgen für die Sicherheit der 5.150 Gäste des Wiener Opernballs am Donnerstagabend. “Wir haben keine konkrete, aber eine erhöhte Gefährdungslage”, sagte Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) bei einer Begehung des Hauses am Vormittag. In Österreich sei die zweithöchste Terrorwarnstufe aufrecht. Das bedeute besondere Vorkehrungen. Hinzu kommen zwei Demonstrationszüge und eine Standkundgebung sowie die Gefahr von aktionistischen Vorfällen.
“Mittlerweile ist es so, dass sehr viele Leute Bedenken haben”, sagte Manfred Lenz, Sicherheitsexperte der Staatsoper, zur Gefährdungslage. Das werde versucht zu zerstreuen, indem vorbeugend mit der Polizei Sicherheitsmaßnahmen erarbeitet werden. Karner betonte die “enge und intensive Zusammenarbeit” mit den Verantwortlichen der Staatsoper und dankte dem Verfassungsschutz und der Spezialeinheit Cobra. Sprengstoffspürhunde seien ebenso im Einsatz wie der Entschärfungsdienst und viele Beamte in Zivil und in Uniform.
Keine Zwischenfälle bei Demos zu erwarten
Die Staatsoper werde spätestens seit Beginn dieser Woche von der Polizei überwacht, berichtete Klaus Schachner, Einsatzleiter der Wiener Polizei. Das bedeute, “dass wir genau schauen, wer und was in die Staatsoper hineinkommt und kontrollierend eingreifen”. Die interessante Phase des Einsatzes beginne aber erst am Nachmittag. “Wir begleiten zwei Demonstrationszüge, einen aus dem zehnten Bezirk und einen vom Ballhausplatz bis zur Oper”, erläuterte Christian Hackl, Einsatzkommandant der Polizei. “Uns sind die Anmelder bekannt. Wir sind guter Hoffnung, dass da nichts passiert.” Eine Standkundgebung finde am Albertinaplatz statt. Auch hier sei die Polizei “gut im Austausch” mit den Anmeldern.
“Es sind Proteste von links-linker, von kommunistischer Seite gegen die, die sich den Ball leisten, gegen die, die den Ball unterstützen, gegen soziale Ungerechtigkeiten oder Ähnliches”, sagte der Wiener Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl. Aus polizeilicher Sicht ist dabei aber “nichts besonders Aufregendes zu erwarten”. Der Opernball sei für die Polizei nicht von der Zahl der mehr als 5.000 Gäste, sondern “von der Art der Prominenz, die hier erscheint”, eine Großveranstaltung, sagte Pürstl. Darunter sind beispielsweise Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Interimskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP). Neben der Sicherung des Festes in der Staatsoper werden im Umfeld auch verkehrspolizeiliche Maßnahmen getroffen.
Polizei sichert auch weitere Bälle im Land
“Der Opernball ist ein großes gesellschaftliches, nationales Ereignis, aber auch internationales Ereignis”, sagte Karner. “Aber es gibt im ganzen Land im Fasching viele Ereignisse und Bälle und es ist Aufgabe insgesamt der Sicherheitsbehörden, dass alle derartigen Veranstaltungen sicher über die Bühne gehen”, versicherte der Innenminister.