Der Nationalrat ist heute zum wohl letzten Mal vor Bildung der nächsten Bundesregierung zusammengekommen.
Steht das erste schwarz-rot-pinke Kabinett einmal fest, werden auch die Klubs im Parlament durchgemischt. Denn etliche der künftigen Minister und Staatssekretäre haben derzeit noch ein Mandat, das sie mit Regierungseinzug zurücklegen werden.
In der ÖVP könnten besonders viele Personen betroffen sein. Von den Kandidaten für ein Regierungsamt sitzen derzeit Wolfgang Hattmannsdorfer, Klaudia Tanner und Claudia Plakolm auf Bundesmandaten. Die quasi logischen Nachfolger wären Irene Neumann-Hartberger, Rudolf Taschner und Alexander Pröll. Da letzterer für ein Staatssekretariat im Gespräch ist, könnte auch Kira Grünberg nachrücken. Spätestens mit dem Wechsel von Karoline Edtstadler in die Salzburger Landesregierung dürfte auch Franz Hörl wieder zu einem Mandat kommen.
Neumann-Hartberger könnte freilich auch über den Wahlkreis Niederösterreich-Süd in den Nationalrat einziehen und dort das Mandat des künftigen Kanzlers Christian Stocker übernehmen. Dann wäre Seilbahn-Lobbyist Hörl wohl schon demnächst zurück im Nationalrat. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass Lukas Kurz das Stocker-Mandat erhält, da die Niederösterreicher sonst einen Sitz quasi herschenken würden. Eine Rückkehr könnte sich eventuell für Friedrich Ofenauer ergeben, sollte in Niederösterreich nicht anderweitig umgeschichtet werden. Denn auch das Landesmandat von Innenminister Gerhard Karner könnte wieder frei werden. Ein Tiroler kommt erstmals ins Parlament. Der Anwalt Jakob Grüner wird wohl das Mandat von Norbert Totschnig auf der Landesliste übernehmen.
Weniger Änderungen in der SPÖ
In der SPÖ wird sich weniger tun. Als Fixstarterin in der Regierung gilt Frauenchefin Eva Maria Holzeitner. Ihr oberösterreichisches Mandat wird wohl ein Comeback von Elisabeth Feichtinger bringen. Frei wird das Bundesmandat von Parteichef Andreas Babler. Erste mögliche Nachrückerin wäre Ex-Staatssekretärin Muna Duzdar. Da die aber selbst für ein Regierungsamt im Gespräch ist, könnte Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim profitieren.
Ebenfalls Kandidatin für einen Kabinettsposten ist Michaela Schmidt. Auch die Salzburgerin hat ihr Mandat über die Bundesliste erhalten. Nächste Nachrückerin wäre Sandra Breiteneder, die allerdings für ein Staatssekretariat gehandelt wird. Würden tatsächlich all diese Kandidatinnen ins Kabinett vorrücken, wäre am Ende Ex-Verteidigungsminister Norbert Darabos wieder Abgeordneter.
Zwei Neue für NEOS
Bleiben die NEOS: Dort könnten zwei Sessel frei werden. Fix eine Nachfolge braucht es für das Mandat von Klubobfrau Beate Meinl-Reisinger. Gemäß Wiener Landesliste Nachrückerin wäre Ines Holzegger. Josef Schellhorn könnte Staatssekretär werden. Der Gastronom schaffte es über die Bundesliste in den Nationalrat. Nun könnte ihm der Kärntner Landessprecher Janos Juvan folgen.