Klimaschützerin Martha Krumpeck bleibt wegen eines Beerdigungsbesuchs länger in Haft – trotz überschrittener Maximaldauer. 

Martha Krumpeck, eine engagierte Klimaschützerin, sollte heute aus ihrer Ersatzhaft entlassen werden. Doch durch einen unerwarteten Schicksalsschlag kam es anders: Ende August verstarb plötzlich ihre Großmutter, eine zentrale Bezugsperson in ihrem Leben. Krumpeck unterbrach ihre Haft, um am Begräbnis teilzunehmen – eine Entscheidung, die die Wiener Landespolizeidirektion dazu veranlasste, ihre Haft um weitere 42 Tage zu verlängern. Nun wird Krumpeck frühestens am 29. September freikommen, was ihre gesamte Haftzeit auf 67 Tage ausdehnt.

Krumpeck zeigt sich empört über diese Entscheidung: „Eine Haftverlängerung, weil ich meiner Oma die letzte Ehre erwiesen habe, empfinde ich als unnötige Härte.“ Zurzeit sitzt sie im Polizeianhaltezentrum Rossauer Lände in Wien. Zudem wird ihre Haftzeit um mehr als das gesetzlich erlaubte Maximum von 42 Tagen innerhalb eines halben Jahres überschritten.

Spendenkampagne abgelehnt

Eine Spendenkampagne zur Begleichung ihrer Strafen lehnt Krumpeck kategorisch ab. Sie erklärt: „Wenn die Republik statt der Klimazerstörer diejenigen einsperrt, die faktenbasiert die Einhaltung von Verträgen, Versprechen und Gesetzen einfordern, werden eben ihre Gefängnisse aus den Nähten platzen.“ Sie fordert mehr Menschlichkeit von der Polizei und erklärt, dass es keine polizeiliche Lösung für dieses politische Problem gebe: „Einer professionell agierenden Polizei stünde der Mut zur Menschlichkeit gut zu Gesicht, um nach den erfolgten politischen Zurufen den Verdacht mutwilliger Härte abzuwenden.“

Marina Hagen-Canaval, eine Sprecherin der Klimabewegung, kritisiert die verlängerte Inhaftierung scharf: „Angesichts der erst wenige Tage alten Klimakrisen-Katastrophen, wie den Muren am Arlberg oder der andauernden, kaum aushaltbaren Hitze, bricht es mir das Herz, dass Martha noch länger eingesperrt werden soll. Die zuständigen Behörden sollten aufhören, mit dieser Härte gegen friedlich protestierende Menschen vorzugehen. Ins Gefängnis gehören die wahren Kriminellen, allen voran Rädelsführer Nehammer: Er bricht willentlich und wissentlich Gesetze und setzt uns absichtlich der eskalierenden Klimakatastrophe aus – obwohl er gegensteuern könnte – und müsste!“

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