Die Zahl sank auf das Rekordtief von 720.988 und damit bereits das neunte Jahr in Folge, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte. Zugleich wurde eine Rekordzahl von 1,62 Millionen Todesfällen registriert. Damit kommen auf jedes neu geborene Kind mehr als zwei Todesfälle. Die Geburtenrate fiel allein im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent.

Dabei hatte die Regierung des damaligen Ministerpräsidenten Fumio Kishida im Jahr 2023 Gegenmaßnahmen beschlossen – bisher ohne Erfolg. Im benachbarten Südkorea führten ähnliche Anstrengungen dazu, dass 2024 erstmals seit neun Jahren wieder mehr Säuglinge das Licht der Welt erblickten.

Weniger Ehen durch Corona

Ein Grund für den anhaltenden Geburtenrückgang in Japan sind weniger Eheschließungen in den vergangenen Jahren. Das wiederum sei auf die Corona-Pandemie zurückzuführen, sagte der Ökonom Takumi Fujinami vom Japan Research Institute. Zwar wuchs die Zahl der Eheschließungen im vergangenen Jahr um 2,2 Prozent auf 499.999. Allerdings hatte es zuvor heftige Einbrüche gegeben, wie etwa um 12,7 Prozent im Jahr 2020. “Die Auswirkungen könnten auch im Jahr 2025 noch spürbar sein”, sagte Fujinami. Im Gegensatz zu vielen westlichen Ländern werden in Japan nur wenige Babys unehelich geboren.

In Japan zeigen die jüngsten Daten, dass die durchschnittliche Anzahl der Kinder, die eine Frau zur Welt bringen wird, im Jahr 2023 bei 1,20 lag. In Südkorea stieg der Wert im vergangenen Jahr von 0,72 auf 0,75 – was darauf hindeutet, dass eine Trendwende erreicht sein könnte. Für einen aussagekräftigen Vergleich der Zahlen in den beiden Ländern sei es zwar noch zu früh, warnte Fujinami. Doch sei es für beide Länder wichtig, die Beschäftigungsmöglichkeiten zu verbessern und die Kluft zwischen den Geschlechtern zu schließen. Das könne junge Menschen dazu ermutigen, zu heiraten und Kinder zu bekommen.

Experten sind der Ansicht, dass die positive Entwicklung in Südkorea auf die Unterstützung der Regierung bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Kinderbetreuung und Wohnraum sowie auf eine Kampagne zurückzuführen ist, mit der Unternehmen ihre Mitarbeiter zur Elternschaft bewegen wollen.

Exit mobile version