Der iranische Angriff auf Israel in der Nacht auf Sonntag hat international Empörung und Sorge vor einer weiteren Eskalation der Lage im Nahen Osten ausgelöst.
Bundeskanzler Nehammer verurteilte in der Nacht auf Sonntag auf X den iranischen Angriff auf Israel „auf das Allerschärfste“. Österreich stehe an der Seite Israels, so Nehammer: „Wir fordern den Iran auf, jedwede Feindseligkeit sofort zu stoppen.“ Auch Außenminister Schallenberg zeigte sich sehr beunruhigt über die Angriffe des Iran gegen Israel. „Das ist eine neue Eskalationsstufe in einer Situation, die bereits höchst gefährlich ist“, schrieb er am späten Samstagabend auf X. Er forderte den Iran und dessen Verbündete zudem auf, „nicht weiter Öl ins Feuer zu gießen“.
Ähnlich äußerte sich Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP), der den „ungerechtfertigten Angriff“ des Irans auf Israel „auf das Schärfste“ verurteilte. Es handle sich „um eine beispiellose Eskalation und eine schwerwiegende Bedrohung für die regionale Sicherheit“, so Sobotka in einer der APA am Sonntag übermittelten Stellungnahme. „Ich fordere den Iran und seine Stellvertreter in der Region dazu auf, jede weitere Eskalation und Provokation zu vermeiden.“
Schallenberg gibt Statement ab
Heute um 16.30 Uhr wird Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) zum iranischen Angriff auf Israel ein Presse-Statement im Außenministerium am Minoritenplatz abgeben. Bereits in der Nacht auf Sonntag meldete sich Außenminister Schallenberg zu Irans Raketenangriff auf Israel zu Wort. Er schrieb auf X, dass das Ministerium wegen der gemeldeten Drohnenangriffe des Iran auf Israel „äußerst alarmiert“ sei. „Dies ist eine neue Eskalationsstufe in einer Situation, die bereits hochgefährlich ist“, so Schallenberg weiter. Er fordert den „Iran und seine Stellvertreter“ auf, „kein Öl ins Feuer zu gießen und dringend den Kurs zu ändern.“
Extremely alarmed by reported drone attacks from #Iran against #Israel!
This is a new level of escalation in a situation which is already highly dangerous. Call on Iran and its proxies to stop adding fuel to the fire and to urgently reverse course.
— Alexander Schallenberg (@a_schallenberg) April 13, 2024
Auch Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) verurteilte das iranische Vorgehen „aufs Schärfste“: „Der Iran hat mit diesem Drohnen- und Raketenangriff die Gefahr einer Eskalation in der gesamten Region absichtlich massiv erhöht. Diese besorgniserregende Entwicklung im Nahen Osten bedroht den globalen Frieden“, schrieb Kogler am Sonntag auf X. Was es jetzt brauche, sei „ein sofortiger Stopp der Aggression, Deeskalation & Fokus auf die Sicherheitsinteressen und die Lebensbedingungen der Bevölkerung vor Ort“, so der Vizekanzler. Israel gelte „in diesen Stunden unsere ganze Solidarität“.
Teheran lädt europäische Botschafter vor
Der Iran hat nach eigenen Angaben die Botschafter Deutschlands, Großbritanniens und Frankreichs vorgeladen. Das iranische Außenministerium begründete die Maßnahme am Sonntag mit „unverantwortlichen Positionen“ der Länder bezüglich des iranischen Angriffs auf Israels. Details wurden nicht genannt. Aus Berlin lag zunächst keine Stellungnahme vor.
Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz hatte die schweren iranischen Luftangriffe auf Israel „mit aller Schärfe“ verurteilt. Auch Großbritannien und Frankreich verurteilten den Angriff, die beiden Länder waren in der Nacht zu Sonntag zudem beim Abfangen von Geschossen gegen Israel aktiv.
Israel direkt angegriffen
Erstmals in der Geschichte der Islamischen Republik hatte der Iran seinen Erzfeind Israel am Samstagabend direkt angegriffen. Die Revolutionsgarden feuerten nach eigenen Angaben Dutzende Drohnen und Raketen ab.
Die Operation mit dem Titel „Aufrichtiges Versprechen“ war ein Vergeltungsschlag für die Tötung hochrangiger Offiziere in Syrien. Am 1. April waren bei einem mutmaßlich israelischen Luftangriff auf Irans Botschaftsgelände in der syrischen Hauptstadt Damaskus zwei Brigadegeneräle getötet worden.


