Nach einem Treffen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in Paris sieht CDU-Chef Friedrich Merz große Übereinstimmungen.  

Das Gespräch habe in freundschaftlicher Atmosphäre stattgefunden, hieß es nach dem dreistündigen Abendessen in Paris im Umfeld von Merz. “Merz und Macron waren sich einig, ein neues Kapitel in den deutsch-französischen Beziehungen aufzuschlagen. Es gab sehr große Übereinstimmungen in den Themen und zahlreiche Ansatzpunkte für gemeinsame Initiativen.”

Merz bemüht sich mit Blick auf die angestrebte Regierungsübernahme in Deutschland seit Monaten um ein enges Verhältnis mit dem französischen Präsidenten. Er hatte betont, dass er etwa vergangenen Sonntag mit Macron auf dessen Flug nach Washington telefoniert habe. Am Mittwoch hatte sich Merz zudem mit dem konservativen schwedischen Ministerpräsidenten Ulf Kristersson in Berlin getroffen.

Konkurrenz zu Scholz

Derzeit entsteht eine gewisse Konkurrenz zu den Aktivitäten von Deutschlands Kanzler Olaf Scholz, der ebenfalls vergangenen Sonntag mit Macron telefoniert hatte. Am Mittwoch hatte Macron zudem die anderen EU-Staats- und Regierungschefs über sein Gespräch mit US-Präsident Donald Trump informiert – darunter auch Scholz. Dabei hatte Macron nach Teilnehmerangaben eingeräumt, dass er in Washington beim Angebot von Friedenstruppen für die Ukraine nach einer Friedenslösung nur für Frankreich, nicht aber für die EU gesprochen habe. Etliche EU-Staaten lehnen diese Idee ab. Sowohl Scholz als auch Merz haben dies zwar nicht ausgeschlossen, sehen eine Debatte darüber aber als viel zu früh an.

Merz hatte vor wenigen Tagen gesagt, dass er mit den Atommächten Frankreich und Großbritannien auch über einen nuklearen Schutz Europas sprechen wolle. Hintergrund ist seine Sorge, dass die USA Europa den bisherigen Schutz entziehen könnten.

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