Ein wahres Ekel-Paket von einem pensionierten Polizisten soll seine Enkelinnen im Kindesalter missbraucht haben – in der Dienstwohnung und am Campingplatz in Italien. Der (nicht rechtskräftig) zu 10 Jahren Haft Verurteilte leugnete bis zuletzt.
Vrlbg. Die Liste der Anklagepunkte gegen den 76-jährigen Angeklagten war lang. Als schwerwiegendster Vorwurf stach der schwere sexuelle Missbrauch seiner beiden Enkelinnen heraus, an denen sich der Mann vor rund 20 Jahren in Bregenz und während mehrerer Italienurlaube vergangen haben soll. Eines der Mädchen war neun Jahre alt, als die Übergriffe begannen, ihre Schwester zwölf Jahre alt. Zum einen war die Dienstwohnung des Mannes der Tatort, wo es während des „Mittagsschlafes“ passierte. Zum anderen trugen sich Übergriffe auf einem Campingplatz in Italien zu.
Bildmaterial mit Missbrauchsdarstellungen
Ebenfalls verurteilt wurde der Horror-Opa, weil er Bildmaterial von Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger besaß, aber auch wegen Fotos, zu denen er wegen seiner beruflichen Tätigkeit als Polizist Zugang hatte. So soll er Tatortbilder, auf denen Leichen und Leichenteile zu sehen waren, offen herumliegen gelassen oder Minderjährigen bewusst gezeigt haben.
Angeklagt war außerdem des unerlaubten Waffenbesitzes, weil bei einer Hausdurchsuchung 2023 zwei Schlagringe und Vollmantelgeschosse gefunden wurden. Einzig und allein zu diesem Punkt räumte der Mann eine gewisse Sorglosigkeit im Umgang mit Waffen ein. Alle anderen Vorwürfe bezeichnete er als „erfunden“. Auch dass er seiner damals 16-jährigen künftigen Schwiegertochter einen großen, silbernen, ungeladenen Revolver an die Schläfe hielt und abdrückte, bestritt er vehement.
Angst vor dem „Patriarchen“
Verwandte abseits der Opferfamilie beschrieben den bis 2008 aktiven Bundespolizist als besten Vater, Ehemann und Opa. Die anderen sprechen von einem „Patriarchen“, den sie fürchteten. Letztlich folgte der Schöffensenat am Ende des dreitägigen Prozesses der Argumentation der Anklage. Der Ex-Polizist wurde wegen mehrfacher sexueller Übergriffe, wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses, gefährlicher Drohung, Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses, pornografischer Darstellung Minderjähriger und mehrfachen Verstoßes gegen das Waffengesetz zu zehn Jahren Haft verurteilt. Einem seiner Opfer muss er 11.700 Euro, der zweiten Enkelin 1.800 Euro bezahlen. Auch zwei Schwägerinnen soll er in den 1970er-Jahren sexuell missbraucht haben, was aber bereits verjährt ist.