Eskalation in Wien: Beim Essenszusteller Foodora (ehemals Mjam) ist dem Betriebsrat und Gewerkschaftsvertretern am Donnerstag offenbar der Zutritt zum Unternehmen verweigert worden. 

Wien. Der Arbeitskampf beim Essenszusteller Foodora eskaliert. In Wien ist dem Betriebsrat und Gewerkschaftsvertretern am Donnerstag offenbar der Zutritt zum Unternehmen verweigert worden, wie die Gewerkschaft vida am Freitag bekanntgab.

Die Arbeitnehmervertreter wollten demnach im Betriebsratsbüro an einer fristgerecht angekündigten Online-Betriebsversammlung teilnehmen, um die Belegschaft über die stockenden Kollektivvertragsverhandlungen zu informieren.

„Unsere Rechte werden mit Füßen getreten“

„Bei Foodora werden gesetzliche Mitbestimmungsrechte der Arbeitnehmer:innen mit Füßen getreten“, kritisierte Markus Petritsch, Vorsitzender des Fachbereichs Straße in der Gewerkschaft vida.

„Gewählte Betriebsräte werden an der Ausübung ihrer ihnen laut Arbeitsverfassungsgesetz zustehenden Tätigkeiten gehindert, indem sie vom Betriebsratsbüro ausgesperrt werden.“

Rechtliche Schritte gegen Plattformunternehmen drohen

Die Gewerkschaft kündigte die Prüfung von rechtlichen Schritten gegen das Unternehmen an.

Für Fahrradboten und Essenszusteller gibt es seit 2020 einen eigenen Kollektivvertrag. Allerdings gilt dieser nur für rund 2.000 der insgesamt ungefähr 4.000 bis 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Branche. Der Rest sind freie Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer oder Ein-Personen-Unternehmen (EPU), also selbstständig.

Wirklich frei sind sie jedoch nicht, weil sie sich an die in der Zustell-App definierten Regeln des Lieferdienstes halten müssen.

Bei Foodora erhält nach Angaben der Gewerkschaft die große Mehrheit der insgesamt rund 3.000 Fahrerinnen und Fahrer ihre Aufträge als freie Dienstnehmer, nur ein kleiner Teil ist über den Kollektivvertrag angestellt.
 

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