Mit tosendem Applaus und Jubel haben hunderttausende auf dem Petersplatz versammelte Pilger am Sonntag Papst Leo XIV. begrüßt, der vor Beginn der Messe zu seiner Amtseinführung in einem offenen Auto stehend durch die Menge fuhr.
Gläubige aus den Vereinigten Staaten schwenkten US-Fahnen. Der 69 Jahre alte Pontifex aus den USA winkte den Menschen lächelnd zu und segnete sie.
Das „Papamobile“ fuhr inmitten der Menschenmenge vom Petersplatz die Via della Conciliazione entlang, der Achse, die zum Vatikan führt, und die gleiche Strecke zurück zum Petersdom. Das Fahrzeug hielt gelegentlich, der Papst segnete einige Kinder. „Viva il papa!“ („Es lebe der Papst“) skandierten die Gläubigen, die versuchten, mit ihren Smartphones Bildern des Papstes in dem weißen Fahrzeug zu machen.
Offizielle Amtseinführung
Der neue Papst Leo XIV. wird am Sonntag im Rahmen einer feierlichen Messe offiziell in sein Amt eingeführt. 200 Delegationen aus verschiedenen Ländern versammeln sich seit dem frühen Sonntag auf dem Petersplatz.
Bei sommerlichem Wetter werden zu der Messe insgesamt etwa 250.000 Menschen erwartet. Der italienische Zivilschutz und die Sicherheitskräfte sperrten das Gebiet um den Vatikan weiträumig ab. Zum Schutz der zahlreichen Staatsgäste waren Anti-Terror-Truppen im Einsatz. Bei der Messe werden dem neuen Pontifex die Insignien der päpstlichen Macht überreicht, der Fischerring und das Petrinische Pallium, eine Stola aus weißer Wolle.
Die Delegationsmitglieder saßen auf der rechten Seite des Platzes, wie es bei der Beerdigung von Papst Franziskus bereits der Fall war. Italien, die USA und Peru hatten Vorrang bei der Sitzordnung. Leo XIV. ist der erste Pontifex aus den USA in der Geschichte der Kirche. Er hat lange in Peru gelebt und hat auch die Staatsbürgerschaft dieses Landes. Italiens Delegation wurde vom italienischen Staatschef Sergio Mattarella geleitet.
Stocker leitet Österreichs Delegation
Bundeskanzler Stocker ist der Ansicht, dass große Erwartungen mit dem Pontifikat des neuen Papstes Leo XIV. verbunden sind. „Es wird spannend sein zu sehen, welche Akzente der neue Papst gegenüber denen seines Vorgängers Franziskus setzen wird“, betonte Stocker im Gespräch mit österreichischen Journalisten nach seiner Ankunft in Rom am Samstagabend.
„Wir haben aus seinen ersten Ansprachen gesehen, dass ihm Frieden, Gerechtigkeit und der Umgang mit Künstlicher Intelligenz ganz besondere Anliegen sind“, erklärte Stocker, der am 27. April an der Trauerzeremonie für den verstorbenen Papst Franziskus teilgenommen hatte. Der Bundeskanzler zeigte sich zuversichtlich, dass der neue Papst bald die Fähigkeiten als „Brückenbauer“, die ihm zugeschrieben werden, unter Beweis stellen werde. „Der Papst hat bereits gezeigt, verschiedene Kulturen verbinden zu können“, meinte Stocker.
Kirchenglocken läuten für 15 Minuten
Die heimische katholische Kirche ist bei der Messe zum Pontifikatsbeginn unter anderem mit dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Salzburgs Erzbischof Franz Lackner, und dem Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl vertreten. In Österreich läuten zu Beginn der offiziellen Amtseinführung um 10.00 Uhr für 15 Minuten die Kirchenglocken.
Auch US-Vizepräsident JD Vance und US-Außenminister Marco Rubio werden auf dem Petersplatz erwartet, ebenso wie auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Der Augustiner Prevost war am Donnerstag vergangener Woche zum 267. Papst gewählt worden.


