Ein 26-Jähriger versetzte einem Pensionisten im Wartebereich des Bahnhofes Floridsdorf ohne ersichtlichen Grund Faustschläge und Fußtritte gegen Kopf und Körper – dass das Opfer überlebte, ist ein Wunder.

Wien. Weil er in der Nacht auf den 21. Dezember 2024 ohne nachvollziehbaren Grund am Bahnhof Wien-Floridsdorf einen 68-Jährigen in einem Wartehäuschen attackiert und mit Schlägen und Tritten lebensgefährlich verletzt hatte, ist ein 26-jähriger Mann am Montag am Landesgericht zur Verantwortung gezogen worden. Ein Schöffensenat verhängte über den bisher Unbescholtenen wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung eine fünfjährige Freiheitsstrafe. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der Angeklagte vermochte sich den Angriff selbst nicht zu erklären. Er habe im Vorjahr ein massives Alkoholproblem gehabt und wisse nicht mehr, warum er auf den Mann im überdachten Wartebereich am Franz Jonas-Platz (auf dem übrigens seit Ende Februar ein Alkoholverbot gilt)losgegangen sei. Die vorsitzende Richterin sprach in der Urteilsbegründung von „massivster Gewalt“. Das Opfer habe sich „zur falschen Zeit am falschen Ort befunden“, hielt sie fest: „Es ist ein Glück, dass er den Angriff überlebt hat.“

Video schockte ganze Schulklasse

Ein Video aus einer Überwachungskamera, das in der Verhandlung abgespielt und von einer im Publikum befindlichen Schulklasse mit Entsetzen wahrgenommen wurde, dokumentierte die verfahrensgegenständliche Attacke. Nachdem der 26-Jährige den 68-Jährigen mit einem Stoß gegen den Oberkörper zu Boden gebracht hatte, versetzte er ihm acht Faustschläge gegen den Kopf und bedachte ihn obendrein mit Fußtritten gegen den Kopf und den ganzen Körper. Das Opfer erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma mit Blutungen unter der Spinnwebshaut, Prellungen im gesamten Gesichts- und Schädelbereich mit ausgedehnten Weichteilschwellungen, eine Rissquetschwunde über dem linken Auge und Hämatome und Quetschungen am Körper.

Als der 26-Jährige von Polizisten, die von Augenzeugen alarmiert worden waren, festgenommen wurde, wehrte er sich auch noch gegen die Festnahme, indem er mit Armen und Beinen um sich schlug. Mit der über ihn verhängten Strafe war er nicht einverstanden. Der 26-Jährige erbat Bedenkzeit. Die Staatsanwältin gab vorerst keine Erklärung ab.

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