Trump begründete die Zusatzzölle auf Autos in Höhe von 25 Prozent damit, dass Europa sich zu sehr abschotte und zu wenig US-Autos kaufe. Ein Experte widerspricht ihm.
„Einer der Gründe, warum ich Zölle einführe, ist der, dass wir Millionen ihrer Autos nehmen – BMW, Volkswagen, Mercedes-Benz“, sagte der 78-jährige US-Präsident Donald Trump. Gleichzeitig sei es „fast unmöglich“, US-Autos in die EU auszuführen.
Die Zahlen scheinen Trump zunächst recht zu geben: Während im vergangenen Jahr fast 450.000 Autos aus Deutschland in die USA gingen, waren es in umgekehrter Richtung nur 136.000, berichtet der Branchenverband VDA.
Und während die USA bisher – vor Einführung des 25-Prozent-Aufschlags – nur 2,5 Prozent Zoll auf Pkw aus Europa erhoben, liegt der Satz der EU für US-Fahrzeuge bei 10 Prozent.
US-Autos zu groß für Europa
Doch das sei eben nicht der Grund für das Ungleichgewicht, sagt Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer. „Die Autos aus Amerika sind bei uns schlicht unverkäuflich.“ Für Europa seien sie zu groß, der Benzinverbrauch viel zu hoch angesichts der hiesigen Spritpreise.
Acht Zylinder und 15 Liter Verbrauch
„Du kannst hier kein Auto verkaufen mit acht Zylindern und 15 Litern Verbrauch.“ In den USA sei das angesichts der dortigen Benzinpreise kein Problem, in Europa schon.
Meistverkaufte US-Modell hierzulande nicht angeboten
Das jahrelang meistverkaufte US-Modell, der Pick-up-Truck Ford F-150, wird in Europa daher gar nicht offiziell angeboten, ebenso wenig wie das Konkurrenzmodell der Stellantis-Marke Ram. Konkurrenzfähige Klein- und Kompaktwagen hätten die US-Hersteller dagegen gar nicht im Angebot.
„Wenn man hier Autos verkaufen will, braucht man Modelle, die die Kunden auch wollen“, sagt Dudenhöffer. Das gelinge den US-Herstellern bisher aber nicht. Daran, so Dudenhöffer, könnten auch Zölle nichts ändern.