Mindestens zwei in der Ukraine ansässige bewaffnete Gruppen haben nach eigenen Angaben die Grenze überquert und von der Ukraine aus Angriffe in Russland ausgeführt.  

Es handelt sich um die „Legion Freiheit für Russland“ und das „Sibirische Bataillon“, die diese Angaben über Soziale Medien machten. Sie setzen sich demnach aus regimefeindlichen Russen zusammen. Die Angaben ließen sich zunächst nicht überprüfen.

Die Miliz „Legion Freiheit für Russland“ erklärte auf Telegram, ihre Kämpfer hätten in der Ortschaft Tjotkino in der Region Kursk ein gepanzertes russisches Militärfahrzeug zerstört. Der Gouverneur von Kursk, Roman Starowoit, bestätigte den Angriff und meldete einen Leichtverletzten, bestritt aber jeglichen „Durchbruch“ der Angreifer. Andere offizielle Stellen in Russland waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Ein Sprecher des ukrainischen Militärgeheimdienstes sagte in ukrainischen Medien, dass die Gruppen die Operation unabhängig von der Ukraine auf russischem Territorium durchführten. Zudem sei auch eine dritte Gruppe beteiligt, das „Russische Freiwilligenkorps“. Die „Legion Freiheit für Russland“ und das „Russische Freiwilligenkorps“ haben bereits die Verantwortung für andere, frühere grenzüberschreitende Einsätze übernommen.

Drohnen trafen Treibstofflager und Raffinerie in Russland  

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff ist ein Treibstofflager der westrussischen Stadt Orjol südlich von Moskau in Brand gesetzt worden. „Ein Treibstoff-und Energiekomplex wurde angegriffen“, erklärte Regionalgouverneur Andrej Klitschkow in der Nacht auf Dienstag im Online-Dienst Telegram. In der Region Nischni Nowgorod östlich von Moskau steht nach einem Drohnenangriff eine Raffinerie des Ölkonzerns Lukoil in Flammen.

Die Einsatzkräfte würden versuchen, den Brand einzudämmen, fügte der Gouverneur Klitschkow hinzu. „Es gab keine Opfer.“ „Heute in der Früh wurde das Industriegebiet Kstowo, ein Brennstoff- und Energiekomplex, von Drohnen angegriffen“, schrieb Gleb Nikitin, Gouverneur von Nischni Nowgorod, auf Telegram. Die Arbeit in dem Werk sei wegen eines „Zwischenfalls“ vorübergehend eingestellt, berichtet die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf den Ölkonzern.

RIA Nowosti berichtete unter Berufung auf einen Vertreter der Einsatzkräfte, ein Reservoir mit Mineralölprodukten habe Feuer in Orjol gefangen. Orjol liegt rund 160 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt.

Hauptstadt im Visier

Die Ukraine flog in der Nacht auf Dienstag nach russischen Angaben auch weitere Drohnenangriffe auf Ziele in Russland. So hätten Drohnen in der russischen Grenzregion Belgorod vier Sprengsätze abgeworfen, erklärte der dortige Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow. Es habe keine Verletzten gegeben, eine Stromleitung sei aber beschädigt worden.

Über der russischen Hauptstadt Moskau schossen Luftabwehreinheiten nach Angaben von Bürgermeister Sergej Sobjanin eine ukrainische Drohne ab. Im betroffenen Stadtteil Ramenski habe es weder Verletzte noch Schäden durch herabfallende Trümmerteile gegeben, teilte Sobjanin auf Telegram mit.

Mindestens 25 Drohnen auf Ziele in Russland feuerte die Ukraine laut dem Verteidigungsministerium in Moskau ab. Zudem habe die Ukraine mit sieben Raketen angegriffen. Die Drohnen seien über den Regionen Moskau, Leningrad, Belgorod, Kursk, Brjansk, Tula und Orjol abgeschossen worden. „Ein Versuch des Kiewer Regimes, einen Terroranschlag mit 25 Drohnen auf Objekte auf dem Territorium der Russischen Föderation durchzuführen, wurde gestoppt“, teilte das Ministerium mit.

   Seit Beginn der russischen Offensive gegen die Ukraine vor mehr als zwei Jahren ist es den ukrainischen Streitkräften gelungen, mit ihren Drohnen immer tiefer in russisches Territorium vorzudringen. Auch Russland setzt zahlreiche Drohnen ein.
 
 

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