In die von Wifo und IHS vergangene Woche angestoßene Debatte um Lohnzurückhaltung hat sich am Montag auch AK-Präsidentin Renate Anderl eingeklinkt.
Aus ihrer Sicht wäre das „absolut der falsche Weg“, wie sie am Montag am Rande einer Pressekonferenz sagte. Sollten die Abschlüsse unterhalb der nach wie vor relativ hohen Inflation bleiben, dann „werden die Beschäftigten eher ans Sparen denken“, anstatt zu konsumieren und damit die Konjunktur zu stabilisieren.
Daher sei es „nun dringend notwendig, dafür zu sorgen, dass gute Löhne und Gehälter bezahlt werden, damit wir es damit schaffen, den Konsum wieder anzukurbeln“, meinte die Arbeiterkammer-Präsidentin. Die derzeit hohe Sparquote trotz der Reallohnsteigerungen der vergangenen Jahre sei in erster Linie auf die aktuelle Verunsicherung zurückzuführen. Es fehle eine „positive Perspektive“ für die Zukunft, die sicher nicht besser werde, wenn Lohnsteigerungen ausblieben, so Anderl.
Wifo-Direktor Gabriel Felbermayr und IHS-Chef Holger Bonin hatten am vergangenen Donnerstag angesichts der andauernden Rezession eine Empfehlung zur Zurückhaltung bei Lohn- und Gehaltssteigerungen, etwa für Pensionisten und Beamte, ausgesprochen. Ihnen schlossen sich unter anderem der Fiskalrat-Ökonom Johannes Holler sowie Eco-Austria-Chefin Monika Köppl-Turyna an. Die Chefin der Gewerkschaft GPA, Barbara Teiber, konnte dem Vorstoß wie Anderl naturgemäß wenig abgewinnen.