Am 1. April erfolgte eine ganz besondere Ehrung für den langjährigen Rapid-Präsidenten Rudolf Edlinger: Die städtische Wohnhausanlage in der Deutschordenstraße 7-25, direkt beim Allianz Stadion, heißt fortan „Rudolf-Edlinger-Hof“.
Ab sofort trägt der Gemeindebau in der Deutschordenstraße 7-25 im 14. Wiener Gemeindebezirk den Namen „Rudolf-Edlinger-Hof“. Benannt wurde die Wohnhausanlage nach dem langjährigen Politiker und Präsidenten des SK Rapid, Rudolf Edlinger. Die feierliche Umbenennung erfolgte durch Bürgermeister Dr. Michael Ludwig, Vizebürgermeisterin und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál, Bezirksvorsteherin Michaela Schüchner und Rapid-Geschäftsführer Sport Markus Katzer. Der Rudolf-Edlinger-Hof wird übrigens als 43. Station beim grün-weißen Stadtspaziergang fungieren.
„Rudolf Edlinger war ein überzeugender Politiker und ein leidenschaftlicher Wiener. Ob als Stadtrat, Minister oder Präsident – Rudi Edlinger hat vorgezeigt, wie man große Verantwortung trägt und dabei ein Mensch mit Haltung, Herz und Humor bleibt. In all seinen Aufgaben setzte Rudi Edlinger sich für das Gemeinwohl ein – sei es in der Kommunal- oder Bundespolitik, im Fußball oder in seinem zivilgesellschaftlichen Engagement. Die Benennung dieses Gemeindebaus würdigt ein politisches und menschliches Vorbild, dessen Wirken parteiübergreifend Anerkennung fand“, erklärte Bürgermeister Michael Ludwig im Rahmen der Feierlichkeit.
Das Leben des Rudolf Edlinger
Rudolf Edlinger wurde am 20. Februar 1940 in Wien-Döbling geboren. Er erlernte den Beruf des Lithografen, den er bis 1962 ausübte. In Abendkursen absolvierte er die Handelsschule und später einen Hochschullehrgang für Werbung und Verkauf an der damaligen Hochschule für Welthandel. Schon früh engagierte sich Edlinger politisch.
Im Jänner 1997 wagte Edlinger den Schritt in die Bundespolitik und war bis Februar 2000 Finanzminister. Aus dieser Zeit stammen einige legendäre Zitate. Bekannt war Finanzminister Edlinger auch für auffällige Krawatten mit besonderen Motiven. Von 1999 bis 2002 war Edlinger Abgeordneter zum Nationalrat.
Nach seinem Ausscheiden aus der Politik war Edlinger von 2001 bis 2013 Präsident des SK Rapid. Während seiner Amtszeit konnte der SK Rapid 2 Meistertitel feiern und war Stammgast im Europacup. Ab 2003 fungierte er zudem als Präsident des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands. In dieser Doppelrolle war er maßgeblich an der historischen Aufarbeitung der Vereinsgeschichte Rapids im Nationalsozialismus beteiligt. Von 2003 bis 2019 war er Vorsitzender des Wiener Pensionistenverbandes. Rudolf Edlinger verstarb am 21. August 2021 im Alter von 81 Jahren in Wien. Er wurde am Wiener Zentralfriedhof bestattet.