Nachdem am Dienstag bekannt wurde, dass in Wiener Neustadt ein Schüttelbaby ins Spital kam und gegen die Eltern ermittelt wird, bekam oe24 jetzt ein Update zu einem ähnlichen Fall, der sich in Wien im Jänner ereignet hatte – und der zu Tränen rührt.
Wien. Fünf Monate ist das Mädchen eines syrischen Paares, das in U-Haft sitzt, erst alt – und hat schon ein Schicksal erlebt bzw. noch vor sich, das man sich kaum vorstellen mag. Der im Oktober geborene Säugling wurde mit einem schweren Schütteltrauma Anfang des Jahres in ein Spital gebracht und lag auf der Intensivstation auf der Kippe zum Tod. Wie jetzt bekannt wurde, hat das Kleinkind überlebt, konnte auf eine Normalstation verlegt werden und wird demnächst in den Reha-Bereich kommen.
Wie MA 11-Sprecherin Ingrid Pöschmann erzählt, ist das Mädchen allen Kollegen und Sozialarbeitern extrem ans Herz gewachsen: “Sie haben sie, auch in ihrer Freizeit regelmäßig im Spital besucht. Leider ist die Schädigung doch sehr groß” – und die ärztliche Prognose niederschmetternd: Das Mädchen wird, außer es geschieht noch ein Wunder, für ihr Leben lang blind und taub bleiben.” Hier bedarf es natürlich eines ganz besondern Platzes im Kreise einer fürsorglichen (Pflege-)Familie. Denn dass die Eltern, die sich beide wegen des Verdachts des Mordversuches verantworten müssen, ihr Jüngstes sowie ihre drei weiteren Kinder im Vorschulalter je wieder in Armen halten werden, ist unwahrscheinlich bzw. undenkbar.
Die beiden Syrer (26 und 22), die sonst keine weiteren Verwandten in Wien haben, bleiben indes bei ihrer Verantwortung, dass die fünfjährige Schwester über den Säugling gestürzt wäre, wodurch die Verletzungen an dem Säugling entstanden sein sollen. Weitere medizinische Untersuchungen ergaben jedoch, dass auch ältere Verletzungen des damals zwei Monate alten Kindes nachweisbar waren und auch die Schwere der Verletzungen nicht mit dem behaupteten Sturz erklärbar war.
Gleich nachdem der Säugling ins Krankenhaus eingeliefert wurde, übernahm die für Kinder- und Jugendhilfe zuständige Magistratsabteilung 11 die Obhut über die drei weiteren Kinder des Paares. Sie wurden nach Untersuchungen in einem Krankenhaus anschließend in ein Krisenzentrum gebracht. Das jüngste Kind kam in einer Krisenpflegefamilie unter. Da keine Angehörigen ausfindig gemacht werden konnten, befinden sich die drei nach wie vor bei der Behörde. Die Kinder seien “hochbelastet gewesen”, waren aber körperlich unversehrt. In dem Krisenzentrum sollen sie nun Halt und Sicherheit erfahren und zur Ruhe kommen.
Service-Telefon
Einer großen Bitte der MA 11 kommen wir im Folgenden gerne nach, nämlich dass es für alle, die sich mit sich selbst und ihren Kindern überfordert fühlen, oder Anwohner, die Verdächtiges bemerken sich an die wichtige Telefonnummer 01 4000/8011 wenden können, damit sich solche brutalen Schicksale wie das des kleinen Mädchens nicht noch einmal ereignen.